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Eine Geschichte der Ambitionen: Die komplexe Evolution der Beziehungen zwischen den USA und Kuba

📅 Mar 31, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Mitte März verkündete Donald Trump, er könne mit Kuba verfahren, wie es ihm beliebe. Doch mit derartigen Expansionsgelüsten steht der ehemalige US-Präsident keineswegs alleine da. Der Historiker Michael Zeuske, Professor am Center for Dependency and Slavery Studies der Universität Bonn, verweist darauf, dass die Vereinigten Staaten bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Hand nach der Karibikinsel ausstrecken.

Der „reife Apfel“ und frühe Expansionspläne

Als Kuba noch eine Kronkolonie des spanischen Weltreichs war, hatten frühe US-Führer die Insel längst ins Visier genommen. Bereits 1820 regte der ehemalige US-Präsident Thomas Jefferson an, die junge Nation solle die erstbeste Gelegenheit nutzen, um Kuba zu annektieren. Drei Jahre später, 1823, zog John Quincy Adams, der damalige Außenminister unter James Monroe, einen berühmten Vergleich: Kuba sei wie ein Apfel, der in einem Sturm vom Baum gerissen werde. Den Gesetzen der politischen Schwerkraft folgend, müsse ein von Spanien getrenntes Kuba unweigerlich in den Schoß der Nordamerikanischen Union fallen.

Untermauert wurde diese Haltung durch die Monroe-Doktrin von 1823, die den europäischen Mächten die Botschaft „Amerika den Amerikanern“ sandte. Vordergründig ging es um den Schutz der Souveränität neu unabhängiger Staaten, doch die Doktrin passte perfekt zum eigenen Expansionskurs Washingtons. Kuba, nur 160 Kilometer vor der Küste Floridas gelegen, war ein logisches Ziel.

Im Jahr 1848 bot der 11. US-Präsident, James K. Polk, den Spaniern 100 Millionen Dollar für die Insel. Die Kolonialmacht lehnte angeblich mit der Begründung ab, man wolle Kuba lieber im Meer versenken, als es zu verkaufen. Unbeeindruckt davon entwarfen US-Diplomaten sechs Jahre später (1854) ein geheimes Dokument, in dem sie das Recht beanspruchten, sich Kuba notfalls mit Gewalt zu nehmen, sollte Spanien einen Verkauf weiterhin verweigern. Auch aus diesem Plan wurde letztlich nichts.

Der Spanisch-Amerikanische Krieg

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kämpften die Kubaner bereits seit Jahren erbittert für ihre Unabhängigkeit von Spanien. Washington nutzte die Lage, zeigte starke militärische Präsenz in der Region und gab vor, die eigenen Bürger vor Ort schützen zu wollen. Wochenlang ankerte der US-Panzerkreuzer USS Maine im Hafen von Havanna.

Am 15. Februar 1898 riss eine gewaltige Explosion den Rumpf der USS Maine auf. Das Schiff sank innerhalb von Minuten, 274 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Die USA machten schnell einen spanischen Torpedo für das Unglück verantwortlich, obwohl es laut Professor Zeuske bis heute keinen stichhaltigen Beweis für einen Anschlag gibt. Befeuert durch den Schlachtruf „Remember the Maine, to Hell with Spain“ erklärten die Vereinigten Staaten Spanien den Krieg.

Der kurze Konflikt dauerte kaum vier Monate und endete mit einer verheerenden Niederlage für Spanien. Die europäische Macht verlor dadurch ihre letzten großen Überseekolonien:

  • Puerto Rico
  • Guam
  • Philippinen
  • Kuba

Von der Kolonie zum Quasi-Protektorat

Nach der Vertreibung der Spanier übernahmen die USA die Kontrolle über Kuba. Dass die Insel nicht zu einem regulären US-Bundesstaat wurde, ist maßgeblich dem US-Senator Henry Moore Teller zu verdanken. Er sprach sich gegen eine Annexion aus – wohl auch, um die Zuckerindustrie seines Heimatstaates Colorado vor kubanischer Konkurrenz zu schützen.

Eine echte Unabhängigkeit erlangte Kuba dennoch nicht. Das US-Militär weigerte sich abzuziehen, solange die neue kubanische Regierung nicht das sogenannte „Platt-Amendment“ in ihre Verfassung aufnahm. Dieser umstrittene Zusatzartikel schränkte die kubanische Souveränität massiv ein: Er erlaubte es den USA, in die Außenpolitik und das Gesundheitswesen der Insel einzugreifen, die Staatsverschuldung zu kontrollieren, militärisch zu intervenieren und Marinestützpunkte zu errichten. Die unter diesen Bedingungen geschaffene Militärbasis Guantanamo existiert noch heute.

Am 20. Mai 1902 endete die US-Militärbesatzung offiziell, und die Republik Kuba erhielt ihren ersten eigenen Präsidenten. De facto blieb die Insel jedoch ein Quasi-Protektorat des mächtigen Nachbarn im Norden, eng an dessen wirtschaftliche und geopolitische Interessen gebunden.

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