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Im Schatten des Iran-Krieges: China positioniert sich in Südostasien als Stabilitätsanker

📅 Mar 31, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Während der eskalierende Konflikt im Iran eine weltweite Energiekrise auslöst, nutzt China die diplomatische Gunst der Stunde, um sich in Südostasien als besonnene und stabilisierende Großmacht zu präsentieren. Nach einem Erstschlag der USA und Israels sowie der gezielten Tötung iranischer Führungskader hat Teheran die Straße von Hormus – die global wichtigste Seehandelsroute für Öl und Gas – blockiert.

Die Hormus-Blockade und Pekings strategische Diplomatie

Die Schließung der Meerenge hat die globalen Märkte in Aufruhr versetzt und Erinnerungen an die dramatischen Bilder einer brennenden Raffinerie im iranischen Buschehr vom 18. März 2026 geweckt. Dennoch gewährt der Iran Schiffen unter neutraler Flagge, darunter chinesischen Frachtern, eine ungehinderte Durchfahrt. Peking instrumentalisiert die regionale Verunsicherung nun geschickt, um sich als verlässlicheren Zukunftspartner als die USA zu positionieren.

„China ist bereit, die Koordination und Zusammenarbeit mit den südostasiatischen Ländern zu verstärken, um die Fragen der Energiesicherheit gemeinsam anzugehen“, betonte der Sprecher der chinesischen Regierung, Lin Jian, in dieser Woche.

Li Mingjiang, Professor an der S. Rajaratnam School of International Studies in Singapur, analysiert Pekings Vorgehen als äußerst kalkuliert. „China zeigt sich verantwortungsbewusst und als stabilisierender Akteur. Peking ruft zu einer Deeskalation im Nahen Osten auf und verspricht, mit den südostasiatischen Ländern zusammenzuarbeiten, um die Energieknappheit zu überwinden“, erklärte Li.

Südostasien im Krisenmodus

In ganz Südostasien sehen sich die Regierungen gezwungen, drastische Notfallmaßnahmen zu ergreifen. Wirtschaftsprognosen für das laufende Jahr wurden bereits nach unten korrigiert. Die Staaten suchen händeringend nach alternativen Energielieferanten; Berichten zufolge wenden sich viele nun russischen Anbietern zu. Obwohl Malaysia und Brunei als Nettoölexporteure Ausnahmen bilden, bleiben auch sie von der in der Region grassierenden Inflation nicht verschont.

  • Philippinen: Am Dienstag, den 24. März 2026, rief Manila einen einjährigen nationalen Energienotstand aus und warnte vor einer „unmittelbaren Gefahr“ für die Versorgungssicherheit. Die öffentliche Verwaltung arbeitet fortan in einer Vier-Tage-Woche, um Energie zu sparen. Logistikunternehmen erhalten wegen der explodierenden Treibstoffkosten Soforthilfen. Zudem droht wegen akuten Mangels an Flugkerosin ein baldiges Grounding der zivilen Luftfahrt.
  • Vietnam: Die Regierung hat staatliche Fonds zur Stabilisierung der Benzinpreise freigegeben. Fluggesellschaften wurden angewiesen, sich auf Flugplanänderungen einzustellen, da Importeure garantieren können, die Kerosinversorgung nur noch bis Ende März aufrechtzuerhalten.
  • Indonesien: Jakarta hat zugesichert, einen Teil der Mehrkosten über den Staatshaushalt und erhöhte Subventionen abzufedern.
  • Thailand: Die Behörden prüfen neue Hilfspakete, da die rasant steigenden Dieselpreise die Fischereiindustrie massiv bedrohen. Vielen Booten droht der Stillstand im Hafen.
  • Malaysia: Die Regierung hat ihre Subventionsausgaben deutlich aufgestockt, um die Preise an den Tankstellen stabil zu halten.

Das Narrativ der „Friedens-Supermacht“

Ähnlich wie die südostasiatischen Regierungen will Peking verhindern, dass weitere Staaten in den Nahostkonflikt hineingezogen werden, und drängt auf eine rasche Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Chin-Hao Huang, Co-Direktor des Zentrums für Asien und Globalisierung an der Lee Kuan Yew School of Public Policy, stellt fest, dass die regionalen Akteure verzweifelt versuchen, Neutralität zu wahren.

„Soweit China überhaupt öffentlich reagiert hat, dann nur mit Aufrufen zur Zurückhaltung, zum Waffenstillstand und zum Dialog: Das sind alles Punkte, die den meisten Regierungen in Südostasien gemeinsam sind“, so Huang.

Die Krise liefert die perfekte Vorlage für Pekings Narrativ: China inszeniert sich als die einzige Supermacht, die für Frieden, Freihandel und Multilateralismus einsteht – im bewussten Gegensatz zu den USA, die als aggressiv und egoistisch dargestellt werden. Diese Botschaft wurde auch von Zhao Leji, Chinas Parlamentspräsident und Nummer drei der Staatsführung, während seiner Rede auf dem Boao-Forum auf der Tropeninsel Hainan am Donnerstag, den 26. März 2026, untermauert.

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