Audi CEO Gernot Döllner next to Donald Trump at a Republican rally in Perry
Wirtschaft

Audi plant eigenes US-Werk in Georgia mit vier Milliarden Dollar

2 Min. Lesezeit

Audi, die Tochter von Volkswagen, will ein eigenes Werk in den USA bauen, wie bei einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner mit US-Präsident Donald Trump am 24. Oktober in Perry, Georgia, bekannt gegeben wurde. Einige Fragen sind noch offen, berichtet die DW.

Trump sagte, Audi investiere vier Milliarden Dollar in das Werk, das rund 200.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren soll. Audi-Chef Gernot Döllner bestätigte Trumps Aussagen. „Wir planen, hier in Macon, Georgia, unsere größten und hochwertigsten SUVs zu produzieren“, sagte er und fügte hinzu: „Das ist eine langfristige Investition, weil wir an den amerikanischen Markt glauben.“

Arbeitsplätze und Zeitplan

Laut Audi wird die Investition rund 4.500 Arbeitsplätze schaffen. Der Bau am Standort Macon soll im kommenden Jahr beginnen, die Produktion Anfang der 2030er-Jahre starten. Ein Regierungsvertreter der USA sagte Reuters, im Werk sollen die Modelle Audi Q7, Q8 und Q9 montiert werden.

Audi importiert derzeit Fahrzeuge für den US-Markt aus Europa und Mexiko. Ein eigenes US-Werk steht seit mehr als einem Jahrzehnt auf der Wunschliste des Ingolstädter Unternehmens.

Politischer Hintergrund

Die Ankündigung spielt dem Präsidenten in die Hände. Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt, und seine Republikaner riskieren, ihre Mehrheit im Kongress zu verlieren; in Georgia wird außerdem der Gouverneur gewählt. Trump will zeigen, dass seine Zollpolitik der US-Wirtschaft hilft. Der republikanische Senator Bernie Moreno sagte, das Audi-Werk „wäre ohne wirtschaftsfreundliche Regulierung nie zustande gekommen“. Kritiker argumentieren, die von der Trump-Regierung verhängten Zölle hätten Autos verteuert und Investitionen verzögert.

Zustimmung steht noch aus

Trotz der Aussagen von Trump und Döllner steht die Zustimmung des Volkswagen-Aufsichtsrats noch aus, und die Ankündigung dürfte dort für Diskussionen sorgen. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sagte, es sei strategisch richtig, den US-Markt besser zu erschließen, aber nicht auf Kosten der deutschen Werke. „Wachstum in Amerika muss Arbeit und Wertschöpfung hier sichern und darf sie nicht verdrängen“, sagte er. In Wolfsburg in Niedersachsen steht das Hauptwerk des Volkswagen-Konzerns, zu dem Audi gehört.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner, die auch stellvertretende Vorsitzende des Volkswagen-Aufsichtsrats ist, forderte verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten an allen Standorten. Ein Sprecher der IG Metall sagte, es sei mehr als merkwürdig, wenn ein deutscher Autochef zum Wahlkampfhelfer eines US-Präsidenten werde, der deutsche Autohersteller zu amerikanischen machen wolle. „Trump hat nie verheimlicht, worauf er aus ist: Er will unsere heimische Wirtschaft schwächen, vor allem die Autoindustrie; Wertschöpfung und Jobs sollen über den Atlantik abwandern, und seine Zollpolitik ist das Werkzeug“, sagte der Sprecher.

Die VW-Führung und der Betriebsrat streiten derzeit über den Kurs des Konzerns. VW-Chef Blume will bis 2030 weltweit weitere 50.000 Stellen streichen. Ab 2030 steht die Produktion an vier deutschen Werken in Frage, darunter das Audi-Werk in Neckarsulm.

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Quelle: DW
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