Britische Streitkräfte haben am Sonntag im Ärmelkanal einen sanktionierten Öltanker, der mutmaßlich der russischen Schattenflotte angehört, geentert und festgehalten – Großbritanniens erste Operation dieser Art. Das Schiff, identifiziert als Smyrtos, wurde in koordinierter Aktion mit französischen Behörden abgefangen.
Russland hat ein Netzwerk älterer Öltanker aufgebaut – die sogenannte Schattenflotte –, um Rohöl unter Umgehung westlicher Sanktionen zu transportieren. Die Schiffe operieren ohne westliche Versicherung, wechseln häufig Namen und Flaggen und nutzen irreführende Tracking-Praktiken. Der Smyrtos war wegen angeblicher Beteiligung am Transport russischen Öls sanktioniert.
Der Smyrtos soll vor der Südküste Englands festgehalten und untersucht werden. Die Aktion erfolgte in enger Abstimmung mit französischen Behörden.
Diese Operation macht unmissverständlich klar, dass das Vereinigte Königreich seine Gewässer nicht zur Umgehung internationaler Sanktionen nutzen lassen wird, sagte Premierminister Keir Starmer.
Die Beschlagnahme markiert eine erhebliche Eskalation der europäischen Sanktionsdurchsetzung. Die Schattenflotte steht im Mittelpunkt der Bemühungen, Russlands Öleinnahmen einzuschränken.
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