
Die tschechischen Behörden haben einen vierten Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf eine Waffenfabrik der LPP Holding festgenommen, einem wichtigen Hersteller von Drohnen für das ukrainische Militär. Der Verdächtige, ein tschechischer Staatsbürger, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen, während die Polizei die Fahndung nach weiteren möglichen Komplizen fortsetzt.
Die jüngste Festnahme verlängert die Liste der Personen, denen schwere Vorwürfe wegen der Ausführung eines Terroranschlags und der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung gemacht werden. Am 24. März ordnete ein Gericht in Pardubice die Inhaftierung von zwei weiteren Verdächtigen, einem Mann und einer Frau, an. Eine dritte Person wurde im benachbarten Slowakei gefasst; die tschechischen Behörden bemühen sich derzeit aktiv um deren Auslieferung.
Die Brandstiftung ereignete sich am 20. März im Werk der LPP Holding in Pardubice. Kurz nach dem Vorfall bekannte sich eine Schattenorganisation namens „Earthquake Faction“ zu der Tat und erklärte, der Angriff sei ein Protest gegen die angebliche Zusammenarbeit des Unternehmens mit Israel.
Die LPP Holding bestritt jedoch kategorisch jegliche Verbindungen zu israelischen Waffenherstellern und bestätigte stattdessen, dass die betroffene Anlage aktiv unbemannte Luftfahrzeuge (Drohnen) für die Ukraine produzierte. Laut Quellen, die von der tschechischen Tageszeitung Mlada Fronta Dnes zitiert wurden, vermuten die Ermittler stark, dass das israelfeindliche Manifest lediglich ein kalkuliertes Deckmantel war. Die tschechischen Strafverfolgungsbehörden untersuchen derzeit die hohe Wahrscheinlichkeit einer „russischen Spur“, was darauf hindeutet, dass die Sabotage ein direkter Versuch moskautreuer Akteure war, lebenswichtige militärische Lieferketten nach Kiew zu unterbrechen.
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