🔖👤
Digital Iron Curtain: Russia's Imminent Telegram Ban Threatens to Isolate Occupied Ukraine

Digitaler Eiserner Vorhang: Russlands drohendes Telegram-Verbot isoliert die besetzte Ukraine

📅 Mar 31, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

KYJIW — In einem Schritt, der die letzten verbleibenden digitalen Lebensadern für Ukrainer unter russischer Besatzung zu kappen droht, hat die Moskauer Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor Pläne signalisiert, die Messaging-App Telegram ab dem 1. April zu blockieren. An ihrer Stelle bewerben die russischen Behörden aggressiv „MAX“, eine alternative Anwendung, die Berichten zufolge unter direkter Beteiligung des Inlandsgeheimdienstes FSB entwickelt wurde, um die Informationskontrolle durchzusetzen.

Laut Anna Murlykina, Koordinatorin des Relocated Media Cluster (ein Projekt der NGO DII-Ukraine), stellt diese Entwicklung eine kolossale Krise für die Bewohner der temporär besetzten Gebiete dar. Während die russischen Bürger ihren politischen Weg möglicherweise selbst gewählt haben, werden die Ukrainer in den besetzten Regionen systematisch von der Außenwelt abgeschnitten.

Aufbau einer „digitalen Festung“

Das mögliche Telegram-Verbot ist die jüngste in einer Reihe drakonischer Zensurmaßnahmen. Die russischen Behörden haben bereits den Zugang zu Instagram, Facebook, X (ehemals Twitter), VPN-Diensten und unabhängigen Nachrichtenportalen eingeschränkt. Kürzlich legte ein Cyberangriff die Website von Novosti Donbassa, einer wichtigen regionalen Medienquelle, lahm.

Das Nationale Zentrum des ukrainischen Widerstands beschreibt diese systematische Isolierung als den Bau einer „digitalen Festung“. Um diese virtuellen Mauern zu durchbrechen, vereint das Relocated Media Cluster 15 Redaktionsteams, die aus den besetzten Gebieten fliehen mussten, aber weiterhin arbeiten. Zu diesem Netzwerk gehören Medien wie Novosti Donbassa, 0629.com.ua aus Mariupol, Tribun (Region Luhansk), RIA-Pivden und Vilne Radio.

Murlykina betont, dass diese Medien nicht nur für die Bereitstellung aktueller Analysen und Untersuchungen von entscheidender Bedeutung sind, sondern auch, um die schweren Informationslücken zu verhindern, die typischerweise auf eine Befreiung folgen, wie man zuvor in den Regionen Cherson und Charkiw gesehen hat.

Die Realität vor Ort

Die Arbeit in den besetzten Gebieten ist mit extremen Gefahren verbunden. Journalisten, die mit dem Cluster in Verbindung stehen, waren Verfolgung, Inhaftierung und harten Strafen ausgesetzt. Ende März war die Funktionalität von Telegram in den besetzten Gebieten bereits stark eingeschränkt:

  • Donezk: Sprachanrufe sind praktisch unmöglich, obwohl Textnachrichten weiterhin funktionieren.
  • Mariupol: Die Verbindung ist miserabel. Nutzer von mobilem Internet ohne VPN können die App nicht laden, und Internet-Blackouts sind häufig.
  • Region Luhansk: Weit verbreitete Internetstörungen beeinträchtigen den Zugang zu Telegram erheblich.
  • Region Saporischschja: In Berdjansk schlagen Anrufe fehl, während das Versenden von Textnachrichten vom Standort abhängt. In Melitopol sind eingehende Anrufe blockiert, obwohl ausgehende Anrufe gelegentlich durchgestellt werden.
  • Region Cherson: Gebiete wie Oleschky und Hola Prystan sind aufgrund geplanter Stromausfälle fast vollständig abgeschnitten. Kachowka und Nowa Kachowka melden sehr schlechte Verbindungen. Im Bezirk Henitschesk ist die Kommunikation vollständig vom instabilen Stromnetz abhängig.
  • Krim: Derzeit funktioniert Telegram weiterhin normal.

Während der 1. April näher rückt, bleibt unklar, inwieweit die russischen Behörden gegen Telegram vorgehen werden. „Ob sie die Schrauben komplett anziehen oder ein teilweises Fenster offen lassen, ist unbekannt“, erklärte Murlykina. „Aber wir wissen mit Sicherheit: Auf der anderen Seite der Frontlinie gehen Tausende von Menschen immense Risiken ein, um Informationen von und über die Ukraine zu sammeln. Wir tun alles, was wir können, um ihnen zu helfen.“

Diskussion 0

Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie