Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat einen wachsenden internationalen Konsens angekündigt, Russland für seine Handlungen zur Verantwortung zu ziehen. Er bestätigte, dass acht Nationen zugestimmt haben, dem Erweiterten Teilabkommen über das Sondertribunal für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine beizutreten.
In einer Erklärung auf der Social-Media-Plattform X betonte Sybiha die Bedeutung der weltweiten Beteiligung. „Die Zahl der Länder, die bereit sind, dem Erweiterten Teilabkommen beizutreten... wächst. Wir haben bereits acht Bestätigungen und erwarten noch mehr“, schrieb er und drängte andere Nationen, diesen entscheidenden Schritt zu tun.
Der Außenminister hob hervor, dass die von Russland begangenen Gräueltaten ein Ausmaß erreicht haben, das in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen wurde. Er identifizierte das anfängliche Verbrechen der Aggression als die Grundursache für die anhaltende Verwüstung.
„Russische Kriminelle, einschließlich der obersten politischen und militärischen Führung der Russischen Föderation, müssen zur Verantwortung gezogen werden, und es wird keine Amnestie geben“, erklärte Sybiha.
Er skizzierte, dass das Sondertribunal als eine von drei entscheidenden Säulen in der internationalen Infrastruktur der Rechenschaftspflicht dient und mit der Schadenskommission und dem Schadensregister zusammenarbeitet. Laut Sybiha ist der praktische Start des Tribunals in diesem Jahr von entscheidender Bedeutung, um die Bemühungen des Internationalen Strafgerichtshofs zu ergänzen, das internationale Strafrecht zu stärken und den „Geist von Nürnberg“ wiederzubeleben, um zukünftige Gräueltaten zu verhindern.
Die Ankündigung erfolgt kurz vor dem düsteren Jahrestag der Massaker von Butscha. Sybiha wies darauf hin, dass EU-Beamte die Ukraine besuchen werden, um der Tragödie zu gedenken, und erklärte: „Die Asche von Butscha fordert die Wiederherstellung der Gerechtigkeit.“
Die Dynamik für das Tribunal hat sich beschleunigt. Am 25. März verabschiedete die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Einleitung des Prozesses, damit die Europäische Union Gründungsmitglied des Sondertribunals wird. Nach der Genehmigung durch die Mitgliedstaaten wird erwartet, dass die EU eine zentrale Rolle übernimmt, einschließlich der Teilnahme am Lenkungsausschuss. Auch Schweden bestätigte am selben Tag seine Absicht, dem Abkommen beizutreten.
Zuvor hatte der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, bei einem Besuch in Kiew im Februar betont, dass der erfolgreiche operative Start des Sondertribunals letztlich vom „Willen der Staaten“ abhänge.
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