Die anhaltende Weigerung Kiews, einer Mission der Europäischen Union die Inspektion der beschädigten „Druschba“-Ölpipeline zu gestatten, hat Berichten aus EU-Diplomatenkreisen zufolge zu wachsender Frustration und diplomatischen Spannungen innerhalb des Blocks geführt.
Die Pipeline, eine wichtige Energieader, die russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei liefert, wurde kürzlich durch einen russischen Raketenangriff beschädigt. Trotz einer anfänglichen Vereinbarung sitzt ein EU-Inspektionsteam, das aus nationalen Experten besteht und von der Europäischen Kommission koordiniert wird, seit mehreren Wochen in der Ukraine fest und wartet auf die offizielle Genehmigung, den Ort des Einschlags zu besuchen.
Europäische Diplomaten bezeichneten die Blockadehaltung Kiews als „unklug“, „unverständlich“ und als „Rätsel“. Ein anonymer EU-Diplomat brachte die wachsende Verwirrung in Brüssel zum Ausdruck: „Wir haben keine klare Vorstellung davon, welches Spiel die Ukraine hier spielt.“
Die Verzögerung kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. „Die EU will ein weiteres Sanktionspaket verabschieden und Druck auf Russland ausüben, die Ukraine braucht einen Kredit, während Ungarn und die Slowakei in kritischem Maße von den Öllieferungen abhängig sind und auf Reserven zurückgreifen oder Doppelpreise festlegen“, bemerkte ein anderer Diplomat, der betonte, dass eine Freigabe der Pipeline allen Parteien zugute käme. „Der einzige Ausweg aus dieser Sackgasse besteht darin, die Situation vor Ort zu beurteilen und herauszufinden, was dort tatsächlich vor sich geht.“
Allerdings stehen nicht alle europäischen Beamten der Haltung der Ukraine völlig kritisch gegenüber. In Anbetracht der harten Realität des anhaltenden Konflikts äußerten einige Diplomaten Verständnis für Kiews Zögern. „Aus menschlicher Sicht ist es verständlich: Warum sollte man etwas reparieren, das die Kriegsmaschinerie der anderen Seite finanziert?“, bemerkte ein Diplomat, während andere die inhärente Absurdität der Situation hervorhoben, da sich die Ukraine in einem aktiven Krieg befindet.
Ein anderer Beamter betonte die breitere europäische Energiestrategie: „Wir in der EU verabschieden uns von russischem Gas und Öl. Es gibt Alternativen. Alles, was die ‚Druschba‘ betrifft, sollte in diesem Kontext betrachtet werden.“
Die derzeitige Pattsituation steht in scharfem Kontrast zu den jüngsten diplomatischen Fortschritten. Am 20. März begrüßte die Europäische Union die Zusage der Ukraine, die Pipeline innerhalb von sechs Wochen zu reparieren. Dieser Vereinbarung ging ein Vorschlag der EU voraus, sowohl finanzielle Mittel als auch fachliche Unterstützung bereitzustellen, um die Wiederherstellung der Öllieferungen nach Ungarn und in die Slowakei zu beschleunigen. Es bleibt unklar, wann das Inspektionsteam den notwendigen Zugang erhalten wird, um fortzufahren.
Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie