Die finnische Außenministerin Elina Valtonen hat klargestellt, dass Helsinki die Ukraine nicht aufgefordert hat, ihre militärischen Angriffe auf russische Ziele einzustellen oder zu reduzieren, selbst nach einem kürzlichen Vorfall, bei dem verirrte Drohnen auf finnischem Boden landeten.
Die Klarstellung folgt auf eine frühere Erklärung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser hatte angedeutet, dass bestimmte verbündete Nationen den Wunsch geäußert hätten, Kiew möge seine weitreichenden Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur reduzieren. In einem Interview mit dem finnischen Sender Yle distanzierte Valtonen Finnland entschieden von solchen Forderungen.
„Die Ukraine darf sich verteidigen. Wir stellen keine Forderungen an die Ukraine, auf welche Ziele sie in Russland einzuwirken gedenkt“, erklärte die Außenministerin und betonte, dass sich die Ukraine in einem Verteidigungskrieg befinde.
Der diplomatische Austausch folgt auf eine Luftraumverletzung am Sonntag, den 29. März, als mehrere unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) in den Südosten Finnlands eindrangen und abstürzten. Die Behörden identifizierten mindestens eines der Geräte als eine ukrainische Drohne vom Typ An-196 'Liutyi'.
Der finnische Premierminister Petteri Orpo merkte an, dass die abgestürzten Drohnen wahrscheinlich ukrainischen Ursprungs seien – eine unbeabsichtigte Folge von Kiews Operationen gegen russische Militär- und Industrieanlagen im benachbarten Leningrader Gebiet. Nach dem Vorfall entschuldigte sich das ukrainische Außenministerium offiziell bei Helsinki.
Während sie die starke Unterstützung für die Ukraine aufrechterhielt, betonte Valtonen, dass die Sicherheit der finnischen Bevölkerung oberste Priorität habe. Um künftige Risiken zu mindern, forciert Finnland derzeit die Entwicklung eines umfassenden Drohnenabwehrsystems, das voraussichtlich in den nächsten Monaten einsatzbereit sein wird.
Als Reaktion auf die Luftraumverletzung beraumte der finnische parlamentarische Verteidigungsausschuss für Dienstag, den 31. März, eine außerordentliche Sitzung an, um dringende Fragen der nationalen Verteidigung zu erörtern und die Drohnenvorfälle im Detail zu prüfen.
Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie