Burning city hall of Limoges during nationwide protests in France
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Frankreich: 1800 Festnahmen bei Protesten mit Ausschreitungen und Plünderungen

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In Frankreich ist der Schock über den landesweiten Protesttag mit beispiellosen Ausschreitungen und Plünderungen groß, berichtet die Deutsche Welle. Im Zentrum von Paris waren viele Straßen mit Unrat, herumgeworfenen Fahrrädern und Gegenständen aus geplünderten Läden übersät, außerdem waren vielerorts die Spuren der von Randalierern gelegten Brände sichtbar. Die Stadtreinigung war seit der Nacht im Dauereinsatz, um die Hauptstadt aufzuräumen.

Festnahmen und Verletzte

Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden während der Proteste 1800 Menschen festgenommen. Allein in Paris kamen laut Polizeipräfektur 855 Menschen in Gewahrsam. Landesweit seien 500 Polizeibeamte und Feuerwehrleute verletzt worden, wobei es sich um vorläufige Angaben handele, sagte der Minister. Es liefen Ermittlungen, um die Verantwortlichen für Gewalt, Sachbeschädigungen und Plünderungen vor Gericht zu bringen.

Plünderungen und schwere Beschädigungen gab es in Paris, Marseille, Lyon, Bordeaux, Rennes, Straßburg, Grenoble, Nizza und weiteren Städten. In der zentralfranzösischen Stadt Limoges wurde das Ausmaß der Zerstörungen am historischen Rathaus sichtbar: Randalierer hatten das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Brand gesetzt. „Dank der Einsatzmaßnahmen konnte der hintere Teil des Gebäudes gerettet werden“, sagte der Präfekt des Départements Haute-Vienne, Maurice Barate, dem Sender BFMTV. Erst am Morgen war der Brand unter Kontrolle.

Reaktionen

Dem Protesttag hatten sich verschiedene Gruppierungen angeschlossen, darunter Schüler und Studenten, die seit Wochen für bessere Lernbedingungen demonstrieren. Der Protestaufruf war keiner Organisation klar zuzuordnen. Neben Verbesserungen im Bildungssektor ging es um hohe Spritpreise, niedrige Löhne sowie Probleme der Landwirtschaft und der Feuerwehr. Wegen des hohen Haushaltsdefizits und der hohen Verschuldung ist der Handlungsspielraum der Regierung begrenzt.

Premierminister Sébastien Lecornu sagte, die Polizei habe sich den ganzen Tag lang „einer besonders gewalttätigen Ultralinken“ gegenübergesehen, „einer sehr gut organisierten, undurchsichtigen Gruppe, die methodisch versuchte, Eigentum, Personen, aber auch die Institutionen der Republik anzugreifen“. Justizminister Gérald Darmanin sprach von „Ausschreitungen von beispiellosem Ausmaß, die auch derzeit noch andauern“, und forderte eine äußerst entschlossene juristische Reaktion. Präsident Emmanuel Macron sagte: „In unserer Republik ist kein Platz für Gewalt“ und drohte den Verantwortlichen, die Präfekturen und Geschäfte zerstört und Rathäuser geplündert hätten, mit Strafverfolgung.

Italien

Auch in Italien kam es am Rande friedlicher Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten zu Gewalt, vor allem in Mailand, wo laut ANSA vermummte Jugendliche auf der Piazza Duomo Feuerwerkskörper und Flaschen auf die Polizei warfen und Barrikaden errichteten. In Mailand wurden mindestens vier Polizisten und 20 Demonstranten verletzt sowie über 50 Jugendliche festgenommen, die Hälfte davon minderjährig.

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