Deutscher Umweltpreis ehrt Ingenieur und Klimaanwältin
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat am 25. Oktober in Aachen den Deutschen Umweltpreis an einen Ingenieur und eine Juristin verliehen; Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung.
Das Preisgeld gehört zu den höchsten in Europa im Umweltbereich. Steinmeier lobte die beiden Preisträger als Vorbilder beim Schutz der Umwelt. „Sie zeigen, dass jeder Einzelne etwas bewirken kann“, sagte er.
Die Preisträger
Der Ingenieur Klaus Vossenkaul aus der Region Aachen wurde für seine innovativen Entwicklungen in der Membranfiltrationstechnik zur Abwasserreinigung in Kläranlagen geehrt. Die Hamburger Juristin Roda Verheyen, bekannt als „Deutschlands wichtigste Klimaanwältin“, erhielt den Preis für die Durchsetzung rechtlicher Vorgaben für mehr Umwelt- und Klimagerechtigkeit.
Unter anderem erwirkte sie ein Urteil, wonach Emittenten für Klimaschäden haftbar gemacht werden können. Im Jahr 2021 gab das Bundesverfassungsgericht einer von Verheyen eingereichten Beschwerde statt und entschied, dass unzureichender Klimaschutz die Freiheitsrechte künftiger Generationen verletzt.
DBU-Generalsekretär Alexander Bonde nannte die Preisträger „Mutmacher, die zeigen, wie es positiv weitergehen kann“. Sie verkörperten „Haltung, Ausdauer und Innovationskraft mit klarem Kompass im Umwelt- und Klimaschutz“.
Steinmeiers Appell
Steinmeier mahnte, dem Klimaschutz trotz aller „tagespolitischen Konjunkturen“ hohe Priorität einzuräumen. „Wir wissen, dass wir unsere Art zu leben und zu wirtschaften hinterfragen müssen. Warum? Um unseren Kindern und Enkeln einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen“, sagte er.
Der vergangene Sommer habe gezeigt, welche dramatischen Folgen die Erderwärmung für alle habe: brennende Wälder, durch Niedrigwasser fast zum Erliegen gekommene Schifffahrt und 16.000 zusätzliche Todesfälle laut Robert Koch-Institut. „Die Fieberkurve unseres Planeten zeigt eindeutig nach oben“, sagte Steinmeier und fügte hinzu, der Klimawandel treffe Europa besonders hart: „Unser Kontinent erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie alle anderen.“
Steinmeier, der Anfang nächsten Jahres aus dem Amt scheidet, sagte, ihm sei der Preis „von Jahr zu Jahr“ mehr ans Herz gewachsen, und ihn zum letzten Mal zu überreichen, erfülle ihn „mit ein wenig Wehmut“. Sein Nachfolger soll am 30. Januar von der Bundesversammlung gewählt werden. Sie besteht aus den 630 Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Zahl von Delegierten der Länder.
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