In einem packenden Auftakt in das Länderspieljahr hat die deutsche Fußballnationalmannschaft einen hart umkämpften 4:3-Sieg gegen die Schweiz errungen. Während Florian Wirtz mit einem spektakulären Doppelpack glänzte, stand vor allem ein Mann im Fokus: Kai Havertz feierte nach fast 500 Tagen Leidenszeit sein lang ersehntes Comeback im DFB-Trikot.
Auch wenn dem 26-jährigen Angreifer vom FC Arsenal ein eigener Treffer verwehrt blieb, zählte er zu den auffälligsten Akteuren im Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Für die deutschen Tore sorgten Jonathan Tah (26. Minute), Serge Gnabry (45.+2) und der überragende Wirtz (61./86.). Die Schweiz hielt die Partie durch Treffer von Dan Ndoye (17.), dem Ex-Bundesliga-Profi Breel Embolo (41.) und Joel Monteiro (79.) bis zum Schluss spannend.
Für Havertz war allein das Auflaufen ein persönlicher Triumph. Sein letztes Länderspiel datierte aus dem November 2024 (1:1 gegen Ungarn). Danach folgte eine schier endlose Verletzungsserie: Eine Oberschenkelblessur, eine schwere Knieverletzung, die ihn mehr als die halbe Premier-League-Saison kostete, und anschließende Muskelprobleme warfen ihn immer wieder zurück.
„Das war ein Auf und Ab für mich persönlich“, gestand Havertz offen. „Man merkt natürlich, dass man ein Jahr raus ist.“ Inzwischen hat der Offensivmann jedoch wieder in die Spur gefunden. Seit März steht er für Arsenal regelmäßig auf dem Platz, so auch im Champions-League-Achtelfinale gegen seinen Ex-Verein Bayer Leverkusen.
Mit der Erfahrung aus 56 Länderspielen und 20 Toren ist Havertz ein wichtiger Baustein für die DFB-Elf auf dem Weg zur WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA. Dabei setzt er auf eine ruhige Art der Führung. „Dass ich jetzt kein lautstarker Spieler bin, der in der Kabine die großen Ansprachen hält, das weiß glaube ich jeder“, erklärte er. „Es gibt auch Spieler, die mit der Leistung vorneweggehen – und da zähle ich mich dazu.“ Genau diese Abgeklärtheit und Übersicht in stressigen Spielsituationen schätzt Nagelsmann an ihm.
Diese entspannte Grundhaltung teilt Havertz mit seinen absoluten Lieblingstieren. „Esel sind sehr, sehr ruhige Tiere – so ein bisschen wie ich“, verriet er im DFB-Camp mit einem Schmunzeln. Die Faszination für die Tiere begleitet ihn seit seiner Kindheit. Zur Volljährigkeit bekam er von seinen Eltern sogar drei Esel geschenkt. Auch wenn diese in Deutschland leben und er seinen Alltag in England mit drei Hunden teilt, bleibt die Bindung bestehen.
Mit Blick auf die kommende Weltmeisterschaft zeigt sich der Rückkehrer bereit, Verantwortung zu übernehmen – auch wenn die Erwartungshaltung groß ist. „Natürlich ist Druck immer da, aber wir wollen uns nicht zu sehr unter Druck setzen“, so Havertz. „Wir wollen dem Land beweisen, dass wir für den nächsten Schritt bereit sind. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die WM für uns erfolgreich sein wird.“
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