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Todesstrafe weltweit: Weniger Länder verhängen Urteile, doch die Zahl der Hinrichtungen steigt drastisch

📅 Mar 30, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Obwohl der weltweite Trend weiterhin klar in Richtung der Abschaffung der Todesstrafe weist, zeichnet sich ein paradoxes Bild ab: Die Zahl der Länder, die Todesurteile verhängen, sinkt, doch die Zahl der tatsächlich vollstreckten Hinrichtungen steigt massiv an. Gegen diese internationale Entwicklung wird derzeit in Israel über Gesetzesentwürfe debattiert, die die Anwendung der Todesstrafe für verurteilte Terroristen vorsehen.

Immer weniger Länder, aber rasanter Anstieg bei Hinrichtungen

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) haben mittlerweile 113 Staaten die Todesstrafe vollständig abgeschafft. Weitere Länder verzichten bei gewöhnlichen Verbrechen darauf oder haben ein Moratorium verhängt. Doch die Kluft zwischen gesprochenen Urteilen und tatsächlichen Vollstreckungen ist groß.

Während die Zahl der verhängten Todesurteile in der Dekade zwischen 2014 und 2024 stets um die Marke von 2.000 schwankte – mit einem Höchststand von rund 3.100 im Jahr 2016 und einem Tiefstwert von knapp 1.500 im Jahr 2020 –, wurden 2024 in 46 Ländern gut 2.000 Urteile registriert. Dies ist ein leichter Rückgang gegenüber den rund 2.400 Urteilen im Vorjahr. Bei den durchgeführten Hinrichtungen zeigt sich jedoch eine klare Trendumkehr nach oben: Nach einem Tiefststand von 483 Hinrichtungen im Jahr 2020 hat sich die Zahl innerhalb von fünf Jahren auf 1.518 im Jahr 2024 mehr als verdreifacht und nähert sich damit dem Rekordwert von 1.634 aus dem Jahr 2015.

Die Länder mit den meisten Hinrichtungen

Verantwortlich für diesen Anstieg sind nur wenige Staaten. Laut den Schätzungen von Amnesty für das Jahr 2024 führt China die Liste mit Tausenden von Hinrichtungen an – genaue Zahlen werden von der Regierung als Staatsgeheimnis unter Verschluss gehalten. Auf Platz zwei folgt der Iran mit mindestens 972 Exekutionen, gefolgt von Saudi-Arabien mit mindestens 345.

Für 2025 deuten Daten anderer Organisationen auf eine noch dramatischere Entwicklung hin. Die Organisation Iran Human Rights (IHR) berichtet von mindestens 1.500 Hinrichtungen im Iran im Jahr 2025 – der höchste Wert seit 35 Jahren. Auch die Vereinten Nationen melden alarmierende Zahlen für 2025: In Saudi-Arabien wurden mindestens 356 Menschen hingerichtet, und in den USA stieg die Zahl mit 47 Hinrichtungen auf den höchsten Stand seit 16 Jahren.

Starke regionale Unterschiede bei Todesurteilen

Ein Blick auf die im Jahr 2024 verhängten Todesurteile offenbart große regionale Diskrepanzen. Der Asien-Pazifik-Raum verzeichnete mit deutlich über 800 die meisten Urteile. In Bangladesch, Indien, Pakistan, Thailand und Vietnam lagen die Zahlen jeweils im dreistelligen Bereich. Aus Ländern wie Afghanistan, China und Nordkorea fehlen hingegen jegliche verlässliche Daten.

Im Nahen Osten und Nordafrika wurden fast 800 Todesurteile in neun Ländern ausgesprochen. In Subsahara-Afrika gab es einige hundert Urteile verteilt auf 14 Länder, wobei Nigeria (mehr als 180) und die Demokratische Republik Kongo (über 125) die höchsten Zahlen aufwiesen.

In Europa und Zentralasien bildete Belarus mit einem einzigen verhängten Todesurteil die absolute Ausnahme. Auch in Nord- und Südamerika war die Zahl gering: Hier verhängten lediglich die USA (26) sowie Trinidad und Tobago (1) die Todesstrafe.

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