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Wu Chi-wai, former Hong Kong Democratic Party chairman

Hongkonger Demokratie-Aktivist droht Abschiebung aus Großbritannien nach rührender Familienzusammenführung

📅 Jul 26, 2026⏱ 2 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Wu Chi-wai, der frühere Vorsitzende der Demokratischen Partei Hongkongs — der größten Oppositionspartei der Stadt — lag letzte Woche am Londoner Flughafen in den Armen seiner Frau und seines Sohnes, die er jahrelang nicht gesehen hatte. Beide weinten vor Freude. Doch die Wiedervereinigung war von einem schmerzlichen Countdown begleitet: Die britischen Grenzbehörden gewährten ihm nur sieben Tage Immigrationsbürgschaft — er muss Großbritannien bis Mittwoch, den 29. Juli, verlassen.

Jahre im Gefängnis unter dem Nationalen Sicherheitsgesetz

Wu war einer von 47 pro-demokratischen Aktivisten, die im größten Verfahren nach dem 2020 von Peking eingeführten Nationalen Sicherheitsgesetz angeklagt wurden. Er wurde 2021 beschuldigt und 2024 zu vier Jahren und fünf Monaten Haft wegen Verschwörung zur Begehung von Subversion verurteilt.

Während seiner Haft starben beide Elternteile von Wu. Er durfte kurz an ihren Beerdigungen teilnehmen, eine seltene Ausnahme, konnte aber nicht bei seiner Familie im Ausland trauern. Seine Frau und sein Sohn waren 2022 nach Großbritannien gezogen.

Sieben Tage

Nach seiner Entlassung im vergangenen Monat flog Wu sofort nach London. Doch die britischen Einwanderungsbehörden gestatteten ihm bei der Einreise nur eine siebentägige Bürgschaft.

Wu erklärte Journalisten, er mache sich große Sorgen, ob er die Möglichkeit haben werde, wieder ins Vereinigte Königreich einzureisen, um seine Familie wiederzusehen. Ohne formalen Aufenthaltsstatus oder Flüchtlingsschutz gibt es keinen klaren Rückweg.

Eine aufgelöste Partei, inhaftierte Kollegen

Die Demokratische Partei, der Wu vorstand, wurde inzwischen aufgelöst. Viele ihrer Mitglieder wurden durch das Nationale Sicherheitsgesetz verurteilt oder flohen ins Ausland. Medienmogul Jimmy Lai verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe.

Unterstützung des Vereinigten Königreichs und ihre Grenzen

Das britische Innenministerium erklärte, es kommentiere grundsätzlich keine Einzelfälle, bekräftigte aber seine unerschütterliche Unterstützung für Hongkonger. Seit 2021 sind über 230.000 Hongkonger mit Sondervisas nach Großbritannien eingereist, etwa 9.800 haben eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis erhalten.

Wu erklärte, er habe keine politischen Ambitionen. Er wolle einfach neu anfangen und die Zeit mit seiner Familie in vollen Zügen genießen.

Quelle: ABC News
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