Ungarn beendet Kapitel staatlicher Homophobie und hebt Anti-LGBTQ-Gesetz auf
Das ungarische Parlament hat am 13. Oktober 2026 mit Zwei-Drittel-Mehrheit die homophoben Bestimmungen des "Kinderschutzgesetzes" von 2021 abgeschafft — der Anti-LGBTQ-Gesetzgebung, die unter Ex-Premierminister Viktor Orbán eingeführt wurde. Die wegweisende Abstimmung wurde von Premierminister Peter Magyars Tisza-Partei (Respekt und Freiheit) vorangetrieben, die seit Mai 2026 regiert.
Das Gesetz von 2021 hatte jede für Minderjährige zugängliche Darstellung oder Beschreibung von Homosexualität verboten — ein so weit ausgelegter Paragraph, dass eine Budapester Buchhandlung im Juli 2023 mit 32.000 Euro Strafe belegt wurde, weil sie einen LGBTQ-Comic offen ausstellte. Die EU leitete 2021 ein Vertragsverletzungsverfahren ein; der EuGH entschied im April 2026 gegen Ungarn.
Statt der gestrichenen Bestimmungen wurden neue EU-konforme Kinderschutzvorschriften eingeführt, die Minderjährige vor pornografischen und sexuell ausbeuterischen Inhalten schützen — ohne LGBTQ-Darstellungen als solche zu verbieten. Zudem wurden neue Regeln gegen gewalttätige oder psychologisch manipulative Werbung verabschiedet, eine direkte Reaktion auf Orbáns KI-generierte anti-ukrainische Wahlkampf-Inhalte.
