Der Internationale Strafgerichtshof hat erstmals in seiner Geschichte seinen Chefankläger abgesetzt: Die Mitgliedstaaten stimmten für die Entlassung von Karim Khan aufgrund von Vorwürfen schwerwiegenden sexuellen Fehlverhaltens. 82 Vertragsstaaten stimmten dafür.
Der Fall gegen Khan basierte auf dem Vorwurf einer unangemessenen sexuellen Beziehung mit einer untergeordneten Mitarbeiterin. Der 56-jährige Khan trat im Mai 2025 freiwillig zurück, während die Untersuchung lief. Im Juni 2026 suspendierte der IStGH ihn bis zur Abstimmung. Khan bestritt alle Vorwürfe und kündigte juristische Schritte an.
Am Freitag stimmten 82 von 124 Vertragsstaaten für die Absetzung. Die Wahl eines neuen Chefanklägers dürfte nicht vor nächstem Jahr stattfinden.
Mame Mandiaye Niang soll als kommissarischer Chefankläger einspringen.
Die Entscheidung wirft wichtige Fragen über die internen Governance-Mechanismen des Gerichts und die Angemessenheit der Verfahren zur Behandlung von Vorwürfen gegen hochrangige Beamte auf.
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