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Erhebt Iran eine Millionen-Maut für Schiffe im blockierten Persischen Golf?

📅 Mar 29, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Ein lukrativer Flaschenhals

Als Reaktion auf die jüngsten Angriffe der USA und Israels hat Teheran umgehend die Straße von Hormus blockiert – eine der wichtigsten Lebensadern der globalen Energieversorgung. Die Blockade ließ die weltweiten Kraftstoffpreise und die Versicherungsprämien für die Handelsschifffahrt sofort in die Höhe schnellen. Nun deuten Berichte darauf hin, dass der Iran bis zu zwei Millionen US-Dollar (1,7 Millionen Euro) pro Schiff verlangt, um eine "sichere" Durchfahrt zu garantieren.

Indem Teheran die Meerenge, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasreserven transportiert wird, in eine hochriskante Mautstelle verwandelt, verändert das Regime die Spielregeln des Seehandels. Die renommierte Schifffahrtszeitung Lloyd's List berichtete vergangene Woche von Vermutungen, dass mindestens ein Tanker diese exorbitante Gebühr bereits entrichtet habe.

Finanzierung der Kriegskosten

Während mehrere Vertreter des iranischen Regimes diese Berichte öffentlich dementierten, zeichnen inländische Medien ein anderes Bild. Im iranischen Staatsfernsehen erklärte der Parlamentsabgeordnete Aladdin Borudscherdi, die Gebühren seien Teil einer "neuen souveränen Ordnung" und dienten explizit dazu, die steigenden Kriegskosten des Landes zu decken.

Dieses Vorgehen bedroht die Grundpfeiler des internationalen Seerechts. "Die Freiheit der Meere, also das Recht, ungehindert Gebiete zu durchfahren, bildet die Grundlage des internationalen Seehandels", betonte Robert Huebert, Experte für internationale Beziehungen an der Universität von Calgary, am Dienstag in einem Podcast von Energi Media. Huebert warnte, dass die Erhebung einer Durchfahrtsgebühr auf den "direkten Widerstand fast aller Staaten der Welt" stoßen würde.

Verzweiflung in der Schifffahrtskrise

Die Blockade hat zu einem massiven logistischen Albtraum geführt: Über 3.200 Frachtschiffe sitzen derzeit in der Nähe des Persischen Golfs fest. Peter Sand, Chefanalyst des Branchendienstleisters Xeneta, erklärte gegenüber der DW, dass die Gebühr selbst nicht das Haupthindernis für die Wiedereröffnung der Schifffahrtsroute sei. "So hoch die Gebühr auch erscheinen mag, sie spielt keine zentrale Rolle", so Sand. "Entscheidend ist, dass es noch immer viel zu unsicher ist, die Straße zu passieren."

Dass große Öl- und Gasimporteure dennoch bereit sind, direkte Verhandlungen zu führen und zusätzlich zu den astronomischen Versicherungsprämien Millionenbeträge zu zahlen, zeigt die tiefe Verzweiflung der von Brennstoffen abhängigen Länder. "Manche Länder mögen bereit sein, zu zahlen", fügte Sand hinzu. "Es ist letztlich ein kleiner letzter Preis, der für eine gewisse Versorgungssicherheit zu entrichten ist."

Sanktionen und "nicht-feindliche" Passagen

Wie diese Millionen-Transaktionen abgewickelt werden, bleibt unklar. Aufgrund der strengen internationalen Sanktionen gegen den Iran sind Überweisungen in US-Dollar über westliche Finanzkanäle praktisch unmöglich. Laut Lloyd's List umgehen Länder wie Indien, Pakistan, der Irak, Malaysia und China die traditionellen Wege und verhandeln direkt mit iranischen Vertretern, um die Sicherheit ihrer Schiffe zu gewährleisten.

Auch Bloomberg bestätigte die Existenz der Maut und berief sich auf ungenannte Quellen, laut denen bereits mehrere Schiffe gezahlt hätten, auch wenn dies noch nicht systematisch geschehe. Eine Quelle deutete an, Teheran erwäge, die Gebühr als Teil eines umfassenderen Friedensplans mit den USA und Israel zu formalisieren.

In einem diplomatischen Manöver wandte sich der Iran am Dienstag in einem Brief an die Internationale Seeschifffahrts-Organisation der UN (IMO) und kündigte an, "nicht-feindlichen Schiffen" die Durchfahrt in Absprache mit Teheran zu gestatten. "Bislang hat der Iran zwischen drei und fünf Durchfahrten pro Tag genehmigt", stellte Sand von Xeneta fest. "Jetzt behauptet Teheran, für alle, die nicht Feinde des Iran sind, sei die Straße offen."

Unterdessen wächst die humanitäre Belastung für die festsitzenden Besatzungen. Ein Sprecher der IMO teilte der DW mit, die Organisation bemühe sich dringend um "vorläufige und dringliche Maßnahmen", um die sichere Weiterfahrt der im Golf blockierten Handelsschiffe zu ermöglichen. Oberste Priorität habe es, Leben und Wohlergehen der Seeleute zu schützen, bevor sich die regionale Krise weiter zuspitze.

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