Nach einer Welle internationaler Kritik hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Behörden die Anweisung erteilt, dem höchsten katholischen Würdenträger im Heiligen Land den Zugang zur Jerusalemer Grabeskirche zu gestatten. Auf der Plattform X bestätigte Netanjahu, er habe angeordnet, Kardinal Pierbattista Pizzaballa "uneingeschränkten und sofortigen Zugang" zu der heiligen Stätte einzuräumen.
Der Eklat ereignete sich am Palmsonntag, als israelische Polizeikräfte den Kardinal am Betreten der Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt hinderten. Der italienische Geistliche wollte dort die traditionelle Messe feiern, wurde jedoch von den Beamten gestoppt und zur Umkehr gezwungen. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem verurteilte das Eingreifen umgehend und sprach von einem "schwerwiegenden Präzedenzfall".
Das Vorgehen der israelischen Sicherheitskräfte stieß bei mehreren europäischen Politikern und Diplomaten auf scharfe Ablehnung. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kritisierte die Zugangssperre als eine "Beleidigung nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft dar, die Religionsfreiheit anerkennt".
Auch andere europäische Staaten schlossen sich der Kritik an:
Die israelischen Behörden hatten die Schließung zunächst mit erhöhten Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg begründet. Die Polizei erklärte, dass heilige Stätten in der Altstadt, die "nicht über standardmäßige Schutzräume verfügen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten", vorübergehend geschlossen seien.
Premierminister Netanjahu hatte ursprünglich argumentiert, Kardinal Pizzaballa sei aus besonderer Sorge um seine persönliche Sicherheit gebeten worden, auf eine Messe in der Basilika zu verzichten. Erst kürzlich seien Raketenfragmente nur wenige Meter von der historischen Kirche entfernt eingeschlagen.
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