In einer spannenden Schlussphase im Stuttgarter Stadion avancierte der eingewechselte Deniz Undav zum Helden der deutschen Nationalmannschaft. Mit seinem späten Siegtreffer zum 2:1 gegen Ghana sicherte er dem DFB-Team den zweiten Erfolg im zweiten Länderspiel des Jahres 2026 – ein wichtiger moralischer Schub im Hinblick auf die anstehende Weltmeisterschaft.
Der entscheidende Moment ereignete sich kurz vor dem Schlusspfiff und versetzte das Stuttgarter Publikum in Ekstase, das immer wieder den Namen seines lokalen VfB-Stars skandierte. „Es war krass zu hören, wie die Fans hinter mir stehen. Ich genieße das“, freute sich ein überglücklicher Undav nach dem Spiel. Der 29-jährige Stürmer, der mit 18 Bundesliga-Toren aktuell nur hinter Bayerns Harry Kane (31) liegt, wurde in der 46. Minute eingewechselt, nachdem Bundestrainer Julian Nagelsmann zunächst Nick Woltemade den Vorzug gegeben hatte.
Die deutsche Elf war tief in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+3) durch einen von Kai Havertz verwandelten Handelfmeter (nach VAR-Eingriff) in Führung gegangen. Ghana zeigte sich jedoch unbeeindruckt und kam in der 70. Minute durch Abdul Fatawu Issahaku zum Ausgleich. Undavs später Treffer sicherte schließlich den Sieg. Obwohl er seine aktuelle Rolle als „Joker“ akzeptiert, zeigte sich Undav ehrgeizig: „Ich kenne meine Rolle. Aber durch Tore und auch wichtige Tore kann sich die Rolle vielleicht verändern.“ Nagelsmann lobte den Abschluss des Stürmers auf engem Raum, deutete aber an, dass er vorerst wohl weiterhin als Impulsgeber von der Bank fungieren wird.
Neben Undav rückte auch das 18-jährige Bayern-Talent Lennart Karl in den Fokus. Der Youngster, der in der zweiten Halbzeit anstelle von Leroy Sané eingewechselt wurde, glänzte mit seinen Dribblings und brachte die ghanaische Abwehr wiederholt in Verlegenheit. Undav lobte die Reife des Nachwuchsspielers und bezeichnete ihn als „frech, frisch und mit genug Demut ausgestattet“. Auch Florian Wirtz zeigte erneut eine starke Leistung und belebte die deutsche Offensive.
Trotz der offensiven Lichtblicke bleibt die Defensive für Nagelsmann ein Sorgenkind. Ähnlich wie schon beim Spiel gegen die Schweiz kritisierte der Bundestrainer den Verlust der taktischen Disziplin. „Wir haben die Positionen nach 25 Minuten nicht mehr gut besetzt, hatten wieder sehr viel Freestyle“, erklärte Nagelsmann und wies auf die Konteranfälligkeit des Teams hin. Auch Kapitän Joshua Kimmich legte den Finger in die Wunde und warnte davor, einen schwächeren Gegner wieder stark zu machen. Dennoch räumte er ein, dass der Sieg in solch umkämpften Spielen enorm wichtig für die Teammoral sei.
Diese Partie diente als letztes Vorspielen, bevor Nagelsmann am 12. Mai seinen offiziellen WM-Kader nominiert. Das DFB-Team verabschiedet sich am 31. Mai mit einem Testspiel gegen Finnland von den heimischen Fans, bevor es über den Atlantik geht. Die Generalprobe gegen den WM-Gastgeber USA findet am 6. Juni in Chicago statt.
Im Anschluss bezieht die deutsche Mannschaft ihr Basecamp in North Carolina. Die Gruppenphase der Weltmeisterschaft beginnt für das DFB-Team am 14. Juni gegen Curaçao, gefolgt von Duellen mit der Elfenbeinküste und Ecuador.
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