Die mexikanische Marine hat eine groß angelegte Such- und Rettungsaktion für zwei Segelboote gestartet, die humanitäre Hilfsgüter nach Kuba bringen sollten. Der Kontakt zu den Schiffen sei vollständig abgerissen, und bislang gebe es keine Bestätigung für ihre Ankunft in der kubanischen Hauptstadt Havanna, erklärten die Behörden.
Die beiden Schiffe hatten am vergangenen Freitag die Insel Isla Mujeres im Südosten Mexikos verlassen. Ihre Ankunft in Havanna war für Dienstag oder Mittwoch dieser Woche geplant. Nach dem Verschwinden der Boote wurden die regionalen Marinekommandos sowie Such- und Rettungsdienste in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Flugzeuge suchen derzeit die Route zwischen Isla Mujeres und Havanna ab, wobei mögliche Kursabweichungen und aktuelle Wetterbedingungen in die Suchmuster einbezogen werden. Zudem erging ein Funkaufruf an alle in der Region befindlichen Schiffe, jede Sichtung umgehend zu melden.
Wie das lokale Nachrichtenportal „Estamos Aqui“ berichtet, befinden sich insgesamt neun Besatzungsmitglieder auf den vermissten Booten. Die Personen stammen demnach aus Frankreich, Polen und den USA. Tragischerweise soll auch ein vierjähriger Junge unter den Passagieren sein.
Trotz des fehlenden Funkkontakts geben sich die Organisatoren des Hilfskonvois zuversichtlich. Sie betonten, dass es sich bei den Kapitänen und der Crew um erfahrene Seeleute handle und die Schiffe mit modernen Sicherheitssystemen ausgestattet seien. Man kooperiere eng mit den mexikanischen Behörden und sei überzeugt, dass die Besatzungen Havanna sicher erreichen werden.
Die vermissten Segelboote gehören zu einer internationalen Flotte, die von Gewerkschaften, Hilfsorganisationen, Abgeordneten und Aktivisten ins Leben gerufen wurde. Als Vorbild diente die Gaza-Hilfsflotte, die im vergangenen Jahr den Versuch unternommen hatte, die Seeblockade Israels zu durchbrechen. Das erste Schiff dieser Kuba-Flotte hatte bereits am Dienstag in Havanna angelegt. Von den Aktivisten wurde es symbolisch auf den Namen „Granma 2.0“ getauft – eine Hommage an jenes historische Schiff, mit dem Fidel Castro und seine Mitstreiter 1956 in Kuba landeten. Nach Angaben der Organisatoren brachte das Boot dringend benötigte Lebensmittel, Medikamente und andere lebenswichtige Güter auf die Insel.
Kuba leidet derzeit unter einer massiven Wirtschaftskrise. Diese hat sich durch den Ausfall von Öllieferungen aus Venezuela infolge der US-Intervention drastisch verschärft. Nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar hatte US-Präsident Donald Trump den Stopp der venezolanischen Ölexporte nach Kuba angeordnet. Gleichzeitig drohte er anderen Staaten, die Öl in den Karibikstaat liefern, mit zusätzlichen Zöllen.
Die Spannungen zwischen Washington und Havanna haben in den letzten Wochen stark zugenommen. Erst in der vergangenen Woche hatte Trump den Druck weiter erhöht und unverhohlen gedroht, den Karibikstaat „zu übernehmen“.
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