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Marokko und Algerien: Eine tiefe Rivalität hinter der Ceuta-Krise

📅 Aug 5, 2026⏱ 2 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Am 20. Juli 2026 besuchte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez Algerien zu Gesprächen mit Präsident Tebboune. Nur wenige Tage später stürmten Zehntausende Migranten die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta. Die zeitliche Nähe beider Ereignisse hat eine heftige Debatte darüber ausgelöst, ob Marokko die Krise als Vergeltungsmaßnahme inszeniert hat.

Westsahara: Epizentrum der Rivalität

Die Rivalität zwischen Marokko und Algerien wurzelt im Westsahara-Konflikt, der mit dem spanischen Rückzug aus dem Gebiet 1975 begann. Marokko beansprucht die Region als integralen Bestandteil seines Territoriums; Algerien unterstützt die Unabhängigkeitsbewegung der Frente Polisario. Das spanische Forschungsnetzwerk UNISCI beschreibt den Konflikt als Kampf um die Vorherrschaft im Maghreb.

«Der Westsahara-Konflikt ist zu einem Kampf um die regionale Hegemonie im Maghreb geworden, und ein Kompromiss wird immer schwieriger.» — UNISCI-Analyse

Ein Sicherheitsdilemma blockiert die regionale Integration

Die International Crisis Group beschreibt die Beziehung als klassisches Sicherheitsdilemma: Beide Staaten sehen ihre eigenen Schritte als defensiv an, während sie die des anderen als Bedrohung wahrnehmen. Das führt zu einer Rüstungsspirale und wachsendem gegenseitigen Misstrauen. Die Arabische Maghreb-Union, der regionale Integrationsrahmen, ist durch den bilateralen Konflikt seit Jahrzehnten praktisch handlungsunfähig.

Marokkos Normalisierung mit Israel 2020 und die Folgen

2020 normalisierte Marokko die Beziehungen zu Israel; Israel erkannte im Gegenzug Marokkos Ansprüche auf die Westsahara an. Algerien sah Israels engere Bindung an Marokko als Sicherheitsbedrohung. Beide Länder konkurrieren heute um Einfluss bei europäischen Partnern: Marokko als Partner in Migration und Terrorismusbekämpfung, Algerien als Energielieferant und Sicherheitsakteur im Sahel.

Quelle: DW
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