
Die Rohölpreise sind am Donnerstag weltweit erstmals seit Mai über die Marke von 100 Dollar pro Barrel gestiegen, nachdem Houthi-Milizionäre im Jemen angekündigt hatten, zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer getroffen zu haben. Die Angriffe, verbunden mit dem anhaltenden Schlagabtausch zwischen den USA und Iran, versetzten die Energiemärkte in Aufruhr.
Die Brent-Rohöl-Futures, der internationale Benchmark für den Ölhandel, stiegen am Donnerstagnachmittag auf 100,60 Dollar je Barrel — ein Anstieg von rund 29 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Damit wurde das höchste Niveau seit dem 26. Mai erreicht. Analysten bezeichnen diesen Preisschock als einen der größten der modernen Geschichte, ausgelöst durch den US-Iran-Krieg, der Ende Februar ausgebrochen ist.
Die großen US-Börsenindizes reagierten mit kräftigen Verlusten: Der Dow Jones verlor 525 Punkte (1 Prozent), der S&P 500 gab 1,2 Prozent nach, der Nasdaq fiel um 2,2 Prozent.
Amerikanische Autofahrer spüren die Folgen unmittelbar an der Tankstelle. Der Landesdurchschnitt für eine Gallone Benzin lag laut der American Automobile Association (AAA) am Donnerstag bei 4,09 Dollar — nachdem er bereits Anfang der Woche erstmals die 4-Dollar-Schwelle überschritten hatte.
Durch die Straße von Hormuz fließt rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots — doch der Schiffsverkehr dort ist seit der Eskalation des Konflikts stark zurückgegangen. Die USA haben vergangene Woche die Seeblockade der Straße wieder aufgenommen, nachdem iranische Kräfte Öltanker angegriffen hatten. Saudi-Arabiens alternative Pipelineroute zum Roten Meer ist durch die Huthi-Angriffe nun ebenfalls bedroht.
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