Seit dem Beginn der gemeinsamen Militäroperationen der USA und Israels am 28. Februar 2026 ist der Iran fast einen Monat lang unerbittlichen Bombardements ausgesetzt. Was als gezielte Kampagne gegen militärische Einrichtungen begann, hat tiefe Spuren im Land hinterlassen, die Verteidigungsinfrastruktur massiv geschwächt und verheerende Kollateralschäden in zivilen Gebieten, wichtigen Energiesektoren und an unersetzlichen Kulturgütern verursacht.
Die alliierte Offensive hat die iranischen Verteidigungsnetzwerke systematisch demontiert. Laut einem Bericht der Washington Post vom Sonntag wurden in den ersten vier Wochen vier zentrale Produktionsstätten und mindestens 29 Raketenstartbasen getroffen. Die Angriffe richteten sich vor allem gegen Anlagen für Fest- und Flüssigtreibstoffe, die für ballistische Kurz- und Mittelstreckenraketen unerlässlich sind. Satellitenbilder bestätigten die Zerstörung von Dutzenden von Gebäuden in wichtigen militärischen Komplexen, darunter Khojir, Parchin, Hakimiyeh und Schahrud, sowie den Einsturz wichtiger unterirdischer Raketentunnel.
Das Institute for the Study of War (ISW) bestätigte diese Erkenntnisse und dokumentierte Angriffe auf mehr als 20 Raketenbasen. Darüber hinaus meldete das US-Militär laut der Nachrichtenagentur AFP vom 26. März, dass mehr als zwei Drittel der iranischen Produktionsanlagen für Raketen und Drohnen sowie die Mehrheit der Werften beschädigt wurden. In einer am Mittwoch auf der Plattform X veröffentlichten Videobotschaft gab Admiral Brad Cooper, Kommandeur des US-Zentralkommandos (CENTCOM), bekannt, dass amerikanische Streitkräfte seit Beginn des Konflikts mehr als 10.000 militärische Ziele erfolgreich getroffen hätten.
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges wurden durch Angriffe auf zentrale Energieanlagen noch verschärft. Medienberichten zufolge hat das South-Pars-Gasfeld – das größte der Welt, das vom Iran und Katar gemeinsam ausgebeutet wird – erhebliche Schäden erlitten. Diese Anlage ist das Rückgrat des iranischen Energiesektors, deckt etwa 70 Prozent der inländischen Gasversorgung ab und macht rund 10 Prozent des weltweiten Angebots aus, was Bedenken hinsichtlich möglicher globaler wirtschaftlicher Schockwellen weckt.
Die humanitären Auswirkungen sind katastrophal. Am Sonntag gab der iranische Rote Halbmond auf X bekannt, dass landesweit über 100.000 zivile Einrichtungen zerstört oder beschädigt worden seien. Die Hauptstadt Teheran hat mit knapp 40.000 betroffenen Wohn- und Geschäftseinheiten die Hauptlast der städtischen Verwüstung getragen. Die Organisation meldete zudem unbestätigte Zahlen von Angriffen auf rund 600 Schulen und fast 300 Gesundheitszentren.
Die Opferzahlen steigen weiter an. Laut einer Erklärung des iranischen Gesundheitsministeriums vom 26. März, die von der Nachrichtenagentur dpa zitiert wurde, hat der Konflikt das Leben von mehr als 1.900 Menschen gefordert – darunter mehr als 240 Frauen und über 200 Kinder –, während über 24.800 verletzt wurden. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation Mitte März die Zahl der Todesopfer auf etwa 1.300 geschätzt.
Jenseits der menschlichen und wirtschaftlichen Tragödie ist das reiche historische Erbe des Iran bedroht. Eine am Montag veröffentlichte Regierungserklärung dokumentierte Schäden an 131 historischen Wahrzeichen im ganzen Land. Die Provinz Teheran litt mit 61 beschädigten Stätten am meisten, darunter der Golestan-Palast, der seit 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das kulturelle Zentrum Isfahan meldete 23 beschädigte Orte, insbesondere den berühmten Tschehel-Sotun-Palast.
In den ersten Tagen des Krieges richtete die iranische Regierung dringende Appelle zum Schutz kultureller Einrichtungen. Als Reaktion darauf gab die UNESCO bekannt, dass sie allen Konfliktparteien die genauen geografischen Koordinaten von Welterbestätten und anderen bedeutenden Denkmälern übermittelt habe, in einem verzweifelten Versuch, weitere unersetzliche Verluste zu verhindern.
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