Die pakistanischen Behörden haben weitreichende neue Medienrestriktionen eingeführt: Alle Journalistinnen und Journalisten sowie freie Mitarbeiter ausländischer Medien — auch pakistanische Staatsangehörige — müssen jetzt Regierungsgenehmigungen einholen, bevor sie außerhalb von Islamabad, Karatschi und Lahore berichten können.
Das Regelwerk — die «Foreign Media Facilitation Guidelines, 2026» — wurde am Sonntag erlassen. Fristen für die Genehmigungen sind nicht festgelegt, sodass Journalisten monatelang warten oder gar keine Antwort erhalten könnten. Das schränkt die Berichterstattung in dem 240-Millionen-Einwohner-Land massiv ein.
«Diese Richtlinien kommen einer Knebelung der internationalen Medien in einem ohnehin immer enger werdenden Raum gleich.» — Mustafa Nawaz Khokhar, politischer Kommentator
Zaffar Abbas, Chefredakteur der Zeitung Dawn mit 40-jähriger Erfahrung, nannte die Regeln «lächerliche Einschränkungen», die die Presse- und Bewegungsfreiheit untergraben. Anwalt Salhuddin Ahmed beschrieb sie als «überstürzten Versuch, unabhängige Berichterstattung zu erschweren», ohne jede gesetzliche Grundlage.
Vorausgegangen waren internationale Berichte aus dem pakistanisch verwalteten Kaschmir, wo es seit zwei Monaten zu tödlichen Ausschreitungen kommt. Al Jazeera wurde nach einem Bericht aus der Region im ganzen Land gesperrt und die Berichterstattung als «Sensationsjournalismus» bezeichnet.
Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie