Russlands Krieg gegen die Ukraine rückt immer näher an Polen heran. In der Nacht zum Sonntag, dem 13. September, zerstörten russische Drohnen eine Tankstelle sowie die Lokomotive eines Personenzuges nahe dem polnisch-ukrainischen Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn. Alle Fahrgäste und Besatzungsmitglieder konnten rechtzeitig evakuiert werden. Die polnische Regierung reagierte mit Entschlossenheit.
Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erklärte beim Sender TVN, Grenzübergänge würden angegriffen, «um Staaten von der Unterstützung für die Ukraine abzuschrecken». Seine Haltung ist klar: «Die Unterstützung der Ukraine gehört zur polnischen Staatsräson.» Ministerpräsident Donald Tusk beriet sich mit Sicherheitsministern und hohen Militärs. Außenminister Radoslaw Sikorski kündigte eine «nicht provokative, aber ernste Antwort» an.
Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich in der Nähe zwei Sonderzüge mit hochrangigen Konferenzteilnehmern aus Kyjiw: Carl Bildt, Boris Johnson, Sanna Marin, Aleksander Kwasniewski und Günter Sautter, außenpolitischer Berater von Kanzler Merz. Die Politologin Katarzyna Piskorska berichtete: «Die Russen wollten uns einschüchtern, haben aber das Gegenteil erreicht.» Sie warnte, die Stimmung in der Ukraine sei «so schlecht wie nie» und verwies auf neue Düsenantrieb-Drohnen.
Laut einer Umfrage Mitte Juli unterstützen 52 Prozent der Polen weitere Militärhilfe für Kyjiw, 45 Prozent sind dagegen — verglichen mit 77,5 Prozent Zustimmung im Jahr 2022. Sikorski forderte eine Verdoppelung der Unterstützung. Kosiniak-Kamysz beklagte einen «radikalen Stimmungsumschwung» und warnte vor Kräften, die russische Propaganda in Polen verbreiten.
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