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Papst Leo XIV. verurteilt den Iran-Krieg, spart Donald Trump jedoch aus

📅 Mar 31, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Vatikanstadt — Papst Leo XIV. und führende Vertreter des Vatikans, darunter Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, haben wiederholt scharfe Kritik an dem von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Krieg im Iran geübt. Auffällig ist jedoch, dass das aus den USA stammende Kirchenoberhaupt weder den US-Präsidenten Donald Trump noch die für die Militäroffensive verantwortlichen Nationen beim Namen nennt.

Fokus auf das zivile Leid

Die Kommunikation des Vatikans konzentriert sich stark auf die katastrophalen Folgen für die Zivilbevölkerung. In den ersten Stunden des Konflikts trafen US-Raketen eine Mädchenschule in der südiranischen Stadt Minab. Dabei kamen über 160 Menschen, überwiegend Schulkinder, ums Leben. Die Verantwortung der USA für diesen Angriff gilt inzwischen als gesichert.

Um diese Tragödie ins Bewusstsein zu rücken, veröffentlichte die Vatikanzeitung Osservatore Romano kürzlich auf ihrer Titelseite eine eindringliche Luftaufnahme, die Bagger beim Ausheben von Massengräbern für die Opfer zeigt. Unter der Überschrift „Il volto della guerra“ (Das Gesicht des Krieges) unterstrich das Blatt die Haltung des Heiligen Stuhls, den Blick auf die Opfer und nicht auf die geopolitischen Akteure zu richten.

Papst Leo XIV. spiegelte diese Haltung in einer Reihe von öffentlichen Äußerungen wider. Beim Mittagsgebet am Sonntag, den 22. März, äußerte er seine tiefe „Bestürzung“ über die Krise im Nahen Osten und bezeichnete das Leid „wehrloser Opfer“ als „Skandal für die gesamte Menschheitsfamilie“. Am darauffolgenden Montag kritisierte er bei einer Audienz für die italienische Fluggesellschaft ITA scharf die militärische Nutzung von Flugzeugen und forderte ein weltweites Verbot von Luftbombardements. Am Dienstagabend bekräftigte er vor Journalisten in Castel Gandolfo seinen Appell: „Wir müssen für den Frieden arbeiten, aber nicht mit Waffen“, und beklagte die zunehmende weltweite Gewalt und die steigenden Todeszahlen.

Die Strategie der indirekten Kritik

Massimo Faggioli, Theologieprofessor am Trinity College Dublin, der nach Trumps Amtsantritt 2025 aus den USA nach Irland übersiedelte, stellt fest, dass die Dialogappelle des Papstes zwar „häufig und eindeutig“, aber „stets indirekt“ seien. Der Pontifex vermeide es bewusst, die Auftraggeber der Bombardierungen zu benennen.

Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von dem seines Vorgängers, Papst Franziskus (2013–2025). Im September 2013 organisierte Franziskus eine Gebetswache auf dem Petersplatz, um eine mögliche Militäraktion des damaligen US-Präsidenten Barack Obama in Syrien abzuwenden. Papst Leo XIV. hingegen hat seinen offiziellen Terminkalender nicht geändert, um ein ähnlich starkes symbolisches Signal zu setzen.

Wachsender Unmut bei katholischen Führern und Wählern

Während der Papst diplomatische Zweideutigkeit wahrt, äußern sich andere hochrangige Kirchenvertreter weitaus deutlicher. Der Chicagoer Kardinal Blase Cupich und der Münchner Kardinal Reinhard Marx haben dem Iran-Krieg öffentlich jegliche völkerrechtliche Legitimation abgesprochen. Kurz nach den ersten Angriffen auf Teheran warnte Cupich vor der Verletzung der staatlichen Souveränität, während Marx den Feldzug unumwunden als „illegitimen Krieg“ verurteilte, der nicht zu akzeptieren sei.

Der geopolitische Konflikt schlägt auch in den Vereinigten Staaten innenpolitische Wellen. Katholische Wähler, die bei den Wahlen im Herbst 2024 noch leicht zu Trump tendiert hatten, distanzieren sich zunehmend von der Militär- und Einwanderungspolitik seiner Regierung. US-Medienberichten zufolge äußern nun auch konservative Katholiken, die zuvor der MAGA-Bewegung nahestanden, ihren Unmut.

Diese Entwicklung stellt Spitzenpolitiker der Trump-Administration vor eine besondere Herausforderung, allen voran Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio. Beide sind praktizierende Katholiken, die Papst Leo XIV. am Tag nach seiner Wahl stolz mit ihren Ehefrauen besuchten. Nun sehen sie sich gezwungen, einen Krieg zu führen, der in ihrer eigenen Glaubensgemeinschaft zunehmend unpopulär wird.

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