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Russischer Tanker liefert 700.000 Barrel Öl nach Kuba unter humanitärer Ausnahme der USA

📅 Apr 1, 2026⏱ 2 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Energieblockade durch die Vereinigten Staaten hat der sanktionierte russische Öltanker „Anatoli Kolodkin“ erfolgreich rund 700.000 Barrel Rohöl nach Kuba geliefert. Das Schiff drang in kubanische Hoheitsgewässer in der Nähe des US-Marinestützpunkts Guantanamo ein, bevor es am Ölterminal in Matanzas anlegte.

Die Ankunft markiert die erste große Treibstofflieferung auf die Insel, seit die US-Regierung ihr Embargo Anfang dieses Jahres intensiviert hat. Laut US-Beamten durfte das sanktionierte Schiff seine Fracht ausschließlich aus humanitären Gründen entladen.

Schwere Energiekrise

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel betonte den Ernst der Lage und wies darauf hin, dass das Land seit drei Monaten keine Treibstofflieferungen mehr erhalten habe. Dieser anhaltende Mangel löste eine tiefgreifende Energiekrise aus, die die Stromnetze, das Gesundheitssystem, den öffentlichen Nahverkehr und den Agrarsektor des Landes faktisch lähmte.

Die gelieferte Fracht besteht aus russischem Urals-Rohöl – einem mittelschweren, sauren Öl, das sehr gut mit Kubas veralteter Ölraffinerie-Infrastruktur kompatibel ist. Das kubanische Außenministerium erklärte, dass die Raffination und Verteilung des Treibstoffs auf dem Inlandsmarkt zwischen 25 und 35 Tagen dauern werde.

Die raffinierten Produkte werden wie folgt aufgeteilt:

  • 40 % fließen in die Heizölproduktion für Kraftwerke.
  • 35 % werden zu Dieselkraftstoff verarbeitet.
  • Die restlichen 25 % werden in Benzin und Haushaltsgas umgewandelt.

Geopolitische Spannungen und US-Politik

Der Hintergrund dieser Lieferung ist eine dramatische Eskalation des US-Drucks auf Havanna unter der Regierung von Präsident Donald Trump Anfang 2026. Nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro am 3. Januar blockierte Washington die venezolanischen Ölexporte nach Kuba vollständig. Präsident Trump drohte in der Folge mit Strafzöllen gegen jede Nation, die versuchen sollte, die Insel mit Rohöl zu beliefern.

Am 29. März deutete Trump jedoch an, dass er sich nicht dagegen ausspreche, dass das russische Schiff Kuba erreiche, obwohl es technisch gesehen gegen die Blockade seiner eigenen Regierung verstoße. Für die Zukunft kündigte die US-Regierung an, dass künftige Treibstofflieferungen nach Kuba „von Fall zu Fall“ geprüft würden.

Unterdessen hat Moskau signalisiert, dass es Havanna weiterhin unterstützen will. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow äußerte sich zu der Situation mit den Worten: „In der verzweifelten Lage, in der sich die Kubaner derzeit befinden, kann uns das natürlich nicht gleichgültig lassen, daher werden wir weiter daran arbeiten.“

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