Deutschland nennt Schröders Russland-Gasrolle einen 'Verrat'
Deutsche Regierungsvertreter und Parlamentsmitglieder haben den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder scharf verurteilt, nachdem bekannt wurde, dass er eine leitende Beraterposition bei Gazprom, dem russischen staatskontrollierten Erdgaskonzern, übernommen hat.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bezeichnete den Schritt als persönlichen Verrat an europäischen Werten und atlantischer Solidarität und fügte hinzu, Berlin werde die verbliebenen amtlichen Privilegien Schröders als ehemaliger Regierungschef prüfen.
Die SPD wiederholte ihre Forderung, dass Schröder seinen Parteiausweis abgeben solle. Mehrere SPD-Landesverbände hatten zuvor versucht, ihn auszuschließen, wurden aber aus verfahrenstechnischen Gründen blockiert.
Langjährige Kontroverse
Schröders Verbindungen zur russischen Staatsenergie sind seit Jahren eine Quelle der Kontroverse. Er saß zuvor im Aufsichtsrat der Nord Stream AG und hatte eine Position bei Rosneft inne, bevor Russland im Februar 2022 die Ukraine vollständig überfiel.
Nach dem Einmarsch legte Schröder einige seiner russischen Unternehmensposten nieder, behielt andere aber bei, was anhaltende Kritik im In- und Ausland auslöste. Das Europaparlament und mehrere EU-Mitgliedstaaten forderten Sanktionen gegen ihn, obwohl Deutschland diese Schritte blockierte.
Die neue Gazprom-Ernennung signalisiert, dass er im russischen Staatsgeschäft verankert bleibt, während Deutschland Russland offiziell als Gegner eingestuft hat und die Ukraine mit Waffen beliefert.
Politische Folgen
Oppositionsparteien im Bundestag forderten, Schröder die öffentlich finanzierte Bürofläche und Mitarbeiter zu entziehen — Privilegien, die ehemaligen Bundeskanzlern gewährt werden.
Die ukrainische Regierung nannte die Ernennung moralisch nicht vertretbar und forderte Deutschlands Verbündete auf, persönliche Sanktionen gegen Schröder zu verhängen.
