
Während des jüngsten diplomatischen Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Madrid hat sich die spanische Regierung verpflichtet, der Ukraine fünf Patriot-Flugabwehrraketen zu liefern. Diese Zusage kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da weltweit ein massiver Mangel an Abfangjägern herrscht, der durch die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten noch verschärft wird.
Nach Angaben von Quellen aus der spanischen Regierung, auf die sich El Pais beruft, betrachtet Madrid die aktuelle geopolitische Lage mit klaren Prioritäten. Regierungsvertreter erklärten, der „von den USA und Israel ohne Konsultation der europäischen Verbündeten begonnene Krieg im Iran“ sei nicht der Konflikt Europas. Umgekehrt sind sie der festen Überzeugung, dass die Zukunft Europas in der Ukraine auf dem Spiel steht, wo die anhaltende russische Invasion die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit und das Völkerrecht direkt bedroht.
Bei den zugesagten Abfangraketen handelt es sich um Patriot PAC-2-Modelle, die derzeit beim Flugabwehrraketenregiment der spanischen Armee in Marines (Valencia) stationiert sind. Die wichtigsten Details der Übergabe umfassen:
Die größte Herausforderung bei der globalen Luftverteidigung ist derzeit nicht die Finanzierung, sondern die Produktionskapazität. Der US-Hersteller Raytheon hat Mühe, die sprunghaft gestiegene internationale Nachfrage zu befriedigen. Spaniens eigene Bestellung von vier Patriot-Batterien der Konfiguration 3+ im Wert von 1,5 Milliarden Euro hat sich immer wieder verzögert, so dass die Lieferung nun auf 2031 verschoben wurde. Diese extreme Verknappung unterstreicht den strategischen Wert der Spende von Premierminister Pedro Sánchez an Kiew.
Während des Besuchs bekräftigte Premierminister Sánchez die Zusage Spaniens, der Ukraine in diesem Jahr Militärhilfe in Höhe von 1 Milliarde Euro zukommen zu lassen und damit ein im Mai 2024 unterzeichnetes bilaterales Abkommen zu erfüllen. Mit diesem Beitrag beläuft sich die gesamte spanische Militärhilfe seit Februar 2022 auf 4 Milliarden Euro. Ein Teil dieser neuen Projekte wird über das SAFE-Programm der Europäischen Union finanziert.
Sánchez betonte nachdrücklich, dass die Krise im Nahen Osten die Aufmerksamkeit Spaniens nicht von der Unterstützung der Ukraine ablenken werde. Gleichzeitig gab Präsident Selenskyj die Unterzeichnung mehrerer Kooperationsabkommen zwischen ukrainischen und spanischen Rüstungsunternehmen bekannt, wodurch die bilateralen Sicherheitsbeziehungen weiter gefestigt werden.
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