
Der Massenansturm auf Spaniens nordafrikanische Exklave Ceuta hat sich weitgehend beruhigt. Außenminister José Manuel Albares erklärte, nahezu alle der mehr als 50.000 irregulär eingereisten Personen seien nach Marokko zurückgekehrt. Die Massenzuströmung war eine der größten, die je an einer europäischen Grenze verzeichnet wurde.
Mindestens 67 Menschen kamen beim Versuch ums Leben, auf dem Seeweg nach Ceuta zu gelangen. Viele Angekommene entschieden sich nach Behördenangaben freiwillig zur Rückreise — mangels Unterkunft, Versorgung und realistischer Aussicht auf Weiterreise ins spanische Festland.
DW-Reporter Philipp Scholz berichtete vor Ort, dass nicht alle Abreisen freiwillig erfolgten: Sicherheitskräfte hätten Menschen von Stränden und überfüllten Aufnahmelagern zur Grenze getrieben. Am Samstag gab es weiterhin Zusammenstöße zwischen Polizei, Militär und Migranten.
Am Freitag wurden auch neue Versuche unternommen, die andere Exklave Melilla zu erreichen. Der staatliche Sender RTVE meldete Konfrontationen mit Steinwürfen und Tränengas. Ob Migranten nach Melilla gelangten, blieb unklar.
Italien kündigte die vorübergehende Aussetzung des Schengener Reisefreiheitsabkommens mit Spanien an. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die Szenen in Ceuta als «schockierend». Premier Sánchez appellierte an die europäische Solidarität und warnte vor Spaltung. Die EU wird voraussichtlich Notgespräche über Migration und Außengrenzschutz führen.
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