US-Präsident Donald Trump hat sein offenes Interesse bekundet, die iranischen Ölreserven angesichts des laufenden Krieges unter amerikanische Kontrolle zu bringen. In einem Interview mit der britischen "Financial Times" erklärte der Republikaner unumwunden: "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen." Details zu einem solchen Vorgehen nannte er nicht. Trump betonte jedoch, dass die über pakistanische Vermittler laufenden indirekten Verhandlungen mit Teheran Fortschritte machten. Dennoch stellte er dem Iran ein Ultimatum bis zum 7. April, um einem Friedensabkommen zuzustimmen. Sollte die Frist verstreichen, drohten direkte US-Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur.
Um die Kontrolle über das iranische Öl zu erlangen, wäre die Einnahme der strategisch wichtigen Insel Charg im Persischen Golf unumgänglich, über die rund 90 Prozent der Ölexporte des Landes abgewickelt werden. Sicherheitsexperten warnen jedoch eindringlich, dass US-Truppen bei einer Besetzung der Insel massiven iranischen Gegenangriffen schutzlos ausgeliefert sein könnten. Dennoch arbeitet das Pentagon laut einem Bericht der "Washington Post", der sich auf US-Regierungskreise stützt, bereits an detaillierten Plänen für eine mehrwöchige Bodenoffensive. Diese sehen den Einsatz von Spezialeinheiten und konventionellen Truppen auf Charg sowie an Küstenabschnitten nahe der Straße von Hormus vor. Eine flächendeckende Invasion des Irans sei jedoch nicht vorgesehen.
Der Krieg, der Ende Februar mit koordinierten Luftschlägen der USA und Israels begann und bereits am ersten Tag zum Tod des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei führte, weitet sich im Nahen Osten weiter aus. Teheran antwortet seither mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen auf israelisches Gebiet, US-Militärbasen in der Region sowie auf benachbarte Golfstaaten.
So meldete das israelische Militär den Abschuss zweier Drohnen der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen. In Kuwait wurden bei nächtlichen Angriffen ein Kraftwerk und eine Meerwasserentsalzungsanlage beschädigt; dabei kam ein indischer Gastarbeiter ums Leben. Die saudi-arabische Luftabwehr konnte nach Angaben des Verteidigungsministeriums fünf ballistische Raketen abfangen. Dem Nachrichtensender Al Jazeera zufolge standen auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate erneut unter Beschuss.
In Europa positioniert sich Spanien als einer der schärfsten Kritiker des amerikanisch-israelischen Militäreinsatzes. Die linke Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den spanischen Luftraum für sämtliche Flugzeuge gesperrt, die in Verbindung mit dem Iran-Krieg stehen. Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Carlos Cuerpo betonte, dieser Schritt sei Ausdruck der Entscheidung, "sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen". Wie "El País" und Europa Press berichten, gilt das Verbot nicht nur für Starts in Spanien, sondern auch für Überflüge von Militärmaschinen, die beispielsweise von Basen in Großbritannien oder Frankreich aus operieren.
Zu Beginn der fünften Kriegswoche reagieren die globalen Energiemärkte mit deutlichen Preisausschlägen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg über Nacht um bis zu vier Prozent auf knapp 117 US-Dollar. Auch andere Rohölsorten verzeichneten starke Zuwächse. Diese Preisexplosion bei Treibstoffen belastet die Weltwirtschaft und führt zu massiven Kostensteigerungen für Verbraucher rund um den Globus.
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