Türkische Behörden haben am Wochenende Razzien gegen LGBTQ-Organisationen in Istanbul, Ankara und Izmir durchgeführt, mehrere Personen festgenommen und über 100 Social-Media-Konten gesperrt. Kritiker bezeichnen die Aktion als umfassenden Angriff auf die Zivilgesellschaft.
Präsident Erdoğan ließ die Aktion im Rahmen der nationalen Strategie des Jahrzehnts der Familie aus Mai 2025 durchführen. Ein Istanbuler Gericht genehmigte am 13. September die Sperrung von Konten wegen LGBTQ-Propaganda und obszöner Inhalte. Bis zum Folgetag waren über 100 Konten gesperrt, darunter Amnesty International Türkei und das LGBTQ-Portal Kaos GL.
Am Dienstag gab es in Istanbul erneut Demonstrationen. Rund 120 Frauenrechtsorganisationen unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung gegen den Autoritarismus der Regierung. Die Türkische Ärztekammer bezeichnete die Maßnahmen als Menschenrechtsverletzung. Yildiz Taghizade vom Verein KIH sagte, Ziel sei die vollständige Kriminalisierung der LGBTQ-Bewegung. TIP-Chef Erkan Baş forderte die sofortige Freilassung der Festgenommenen. Homosexuelle Beziehungen sind in der Türkei nicht strafbar.
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