Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, hat bekannt gegeben, dass die ukrainische Armee derzeit die zweite Phase einer umfassenden Korpsreform durchführt. In einem Interview mit dem Fernsehsender ICTV erläuterte Syrskyj die strategische Initiative, die darauf abzielt, administrative Engpässe abzubauen und die militärische Führungsstruktur angesichts der anhaltenden Feindseligkeiten zu optimieren.
Die Notwendigkeit einer strukturellen Überholung ergab sich aus einem kritischen Mangel an professionellen militärischen Führungsorganen auf operativer Ebene, da die ukrainische Armee schnell expandierte. Zuvor wurde die Leitung auf dem Schlachtfeld von temporären Operativ-Taktischen Gruppierungen (OTU) übernommen, deren Kommandeure häufig alle paar Monate wechselten.
„Dies wirkte sich erheblich auf die Qualität der Führung aus: Sie kannten ihre Truppen nicht und fühlten sich nicht verantwortlich für die Einheiten, die sie befehligten. Darüber hinaus entsprach die Anzahl der Führungsorgane eindeutig nicht der Anzahl der Brigaden“, erklärte Syrskyj. Er betonte, dass das Wachstum der ukrainischen Kampfbrigaden eine unvermeidliche Reaktion auf die russische Eskalation war. „Der Feind begann die Aggression mit 140.000 und jetzt sind es 718.000. Infolgedessen war das Führungssystem überlastet.“
Die umfassende Militärreform ist in drei verschiedene Phasen gegliedert:
Trotz der strukturellen Fortschritte räumte der Oberbefehlshaber die praktischen Herausforderungen ein, die mit der starren Anbindung von Kampfbrigaden an bestimmte Korps während aktiver Kriegshandlungen verbunden sind. Die Dynamik an der Front erfordert ständige Rotation, taktisches Manövrieren und die schnelle Verlegung von Streitkräften in offensive Gruppierungen.
„Unter Kriegsbedingungen ist es unmöglich, Brigaden einfach zu nehmen und dauerhaft Korps zuzuordnen. Wo immer es möglich ist, verlegen wir Brigaden“, erklärte Syrskyj. „Zu den Korps gehören Brigaden der Territorialverteidigung, Marineinfanterie und Luftlandetruppen. Dies ist ein lebendiger Prozess: Das System ändert sich ständig, manövriert und führt Kampfhandlungen durch.“
Die dritte und letzte Phase der Korpsreform wird nach der Einstellung der aktiven Feindseligkeiten eingeleitet. In dieser Nachkriegsphase wird die Umstrukturierung des Systems abgeschlossen, wobei die Unterstellung der Brigaden letztlich durch die ständigen Einsatzorte der jeweiligen Korps bestimmt wird.
Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie