In einem strategischen Schritt zur Stärkung der nationalen Widerstandsfähigkeit entwickeln die Ukraine und Bulgarien gemeinsam einen neuen „Energiekorridor“. Diese Initiative soll als wichtiger Ersatzversorgungsweg für Kiew dienen und eine Kapazität von bis zu 10 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr bieten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab die Details während einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Hauptstadt mit dem amtierenden bulgarischen Premierminister Andrey Gyurov bekannt. Das Projekt, das bereits auf Ministerebene zwischen Kiew und Sofia intensiv diskutiert wurde, zielt darauf ab, die Ukraine vor möglichen Unterbrechungen der Lieferkette zu schützen.
„Dieser Korridor wird – so hoffen wir – bis Ende des Jahres technisch ausgestattet sein“, erklärte Selenskyj. „Für uns ist dies sehr wichtig und kann eine Alternative sein, falls es zu Blockaden durch einige Vertreter Europas kommt. Was Gas betrifft, kann dieser Korridor ein Niveau von etwa 10 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen. Für uns sind das ‚energetische‘ Sicherheitsgarantien.“
Die Energieinitiative ist Teil einer umfassenderen Stärkung der Beziehungen. Am 30. März hielten die beiden Länder ihre ersten Regierungskonsultationen ab, die in einem umfassenden Fahrplan für die Zusammenarbeit sowohl im Energiesektor als auch bei der maritimen Sicherheit gipfelten.
Darüber hinaus unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs ein bilaterales Sicherheitsabkommen. Um die zivile Konnektivität zu verbessern, kündigten die Ukraine und Bulgarien außerdem Pläne an, im kommenden Sommer einen Testlauf für einen Personenzug durch Rumänien zu starten.
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