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Ukraine fordert Russlands Ausschluss aus der UNESCO nach verheerenden Angriffen auf Lwiw

📅 Mar 30, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Ein beispielloser russischer Angriff mit fast 1.000 Drohnen und 34 Raketen hat die Westukraine erschüttert und schwere Schäden im UNESCO-geschützten historischen Zentrum von Lwiw angerichtet. Die massive Angriffswelle, die sich am 23. und 24. März 2026 ereignete, forderte Tote und Verletzte. Die ukrainische Regierung drängt nun auf eine starke internationale Reaktion und den Ausschluss Russlands aus der UN-Kulturorganisation.

Historische Wahrzeichen unter Beschuss

Nach Einschätzung des US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) handelt es sich um den größten Angriff seit Beginn der russischen Invasion. In Lwiw und Umgebung wurden mehrere Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt.

Das architektonische Erbe der Stadt, das seit 2023 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, wurde schwer getroffen. Der Gouverneur der Region Lwiw, Maksym Kosyzkyj, berichtete, dass eine Drohne in die Nebengebäude des ehemaligen Bernhardiner-Klosters aus dem 17. Jahrhundert eingeschlagen sei, welches heute als griechisch-katholische St.-Andreas-Kirche fungiert. Mehrere Anbauten wurden zerstört und die Kirchenfenster zerschmettert. Ein historisch äußerst bedeutsames Glasgemälde, das die Jungfrau Maria mit Kind zeigt, blieb jedoch wie durch ein Wunder unversehrt.

Archive und Museen in Gefahr

Auch das benachbarte historische Staatsarchiv der Ukraine, dessen Gebäude aus dem Jahr 1784 stammt, erlitt Schäden. Der Leiter des Archivdienstes, Anatolij Chromow, betonte, dass die Einrichtung einige der ältesten historischen Dokumente der Nation beherbergt, darunter drei Birkenrindenschriften aus dem 12. Jahrhundert. „Das Archivgebäude ist ohnehin baufällig, und jede Erschütterung durch Explosionen, wie jene am 24. März, gefährdet die historischen Bestände massiv“, erklärte Chromow und wies auf Schäden an Fassade, Fenstern und Gemälden hin. Russische Propagandabehauptungen, im Archiv hätten sich „ausländische Söldner“ verschanzt, wies er vehement zurück. Das Personal arbeite vielmehr unter Hochdruck an der Digitalisierung der Dokumente, um sie zu retten.

Zudem wurde das aus dem 19. Jahrhundert stammende Lonzki-Gefängnis beschädigt, das heute als Nationalmuseum und Gedenkstätte für die Opfer von Besatzungsregimen dient. „Fast alle Fensterscheiben sind hier zerschlagen – sie waren noch Zeugen der stalinistischen Verbrechen des vergangenen Jahrhunderts“, schrieb der ukrainische Historiker und Parlamentsabgeordnete Wolodymyr Wjatrowitsch auf Facebook. „Aber die Erinnerungskultur kann nicht zerschlagen werden. Wir erinnern uns an alle damaligen Verbrechen, und wir werden auch die gegenwärtigen nie vergessen.“

Forderung nach Konsequenzen

Das ukrainische Kultusministerium dokumentiert die Zerstörungen akribisch, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Kultusministerin Tetjana Bereschna kündigte an, dass derzeit ein offizieller Antrag an die UNESCO vorbereitet werde. Seit Beginn des Krieges im Februar 2022 hat Russland in der Ukraine über 1.700 Kulturgüter und 2.500 Objekte der kulturellen Infrastruktur beschädigt; 513 davon wurden vollständig zerstört.

Die UNESCO reagierte mit „tiefster Besorgnis“ auf die jüngsten Angriffe und verwies auf die Haager Konvention von 1954 sowie die Welterbekonvention von 1972. Zwar nannte die UN-Organisation Russland nicht ausdrücklich beim Namen und verurteilte die Angriffe nicht direkt, bot jedoch Unterstützung bei Schutzmaßnahmen an. Das ukrainische Außenministerium forderte derweil eine „starke Reaktion“ und teilte mit, dass in Kürze UNESCO-Experten nach Lwiw reisen werden, um die massiven Schäden offiziell zu dokumentieren.

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