Ukrainische Strafverfolgungsbehörden haben ein groß angelegtes Korruptionsnetzwerk zerschlagen, das in den illegalen Verkauf von hochwertigem Holz unter dem Deckmantel von Brennholz verwickelt war. Die gemeinsame Operation des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) und der Generalstaatsanwaltschaft (OGP) führte zur Festnahme mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten, darunter ein regionaler Politiker und staatliche Forstbeamte.
Nach Angaben der OGP organisierte die kriminelle Gruppe ein Schema, das dem Staat Millionenverluste bescherte. Die Verdächtigen sollen Elite-Holzsorten als gewöhnliches Brennholz an Geschäftsleute verkauft haben, um die vorgeschriebenen offenen Ausschreibungsverfahren für Nutzholz zu umgehen. Um den illegalen Handel zu verschleiern, fälschten Beamte des staatlichen Forstbetriebs systematisch die Berichterstattungsdokumente.
Die Ermittler dokumentierten einen Fall, in dem die Verdächtigen von einem Unternehmer Bestechungsgelder in Höhe von 1,3 Millionen UAH als Gegenleistung für die Lieferung von fast 200 Kubikmetern wertvollem Holz forderten.
Während offizielle Stellen die Täter nicht öffentlich benannt haben, berichten Quellen der Ukrainska Pravda, dass sich unter den Inhaftierten prominente Persönlichkeiten der Region Charkiw befinden:
In das Netzwerk waren auch zwei Vermittler verwickelt, von denen einer Berichten zufolge den Status eines Honorarkonsuls eines ausländischen Staates in Charkiw innehat.
Die verdeckte Operation gipfelte am 25. März, als vier Mitglieder der Gruppe – zwei Forstbeamte und zwei Vermittler – auf frischer Tat ertappt wurden, als sie die letzte Bestechungsrate von 320.000 UAH entgegennahmen. Bei anschließenden Durchsuchungen wurden Mobiltelefone und Dokumente sichergestellt, die ihre illegalen Aktivitäten bestätigten.
Allen fünf Verdächtigen wurden gemäß dem ukrainischen Strafgesetzbuch Verdachtsanzeigen wegen Unterschlagung von Eigentum durch Amtsmissbrauch (Teil 5 von Artikel 191) und Annahme von Bestechungsgeldern (Teil 3 von Artikel 368) zugestellt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 12 Jahre Gefängnis sowie die Beschlagnahmung ihres Eigentums.
Das Bezirksgericht Schewtschenkiwskyj in Kiew hat bereits für vier der Verdächtigen Untersuchungshaft angeordnet, mit der Möglichkeit, eine Kaution zu hinterlegen. Die Kautionssummen wurden auf 2,66 Millionen UAH für den Filialdirektor, 1,66 Millionen UAH für den Forstdirektor sowie 1,49 Millionen und 1,33 Millionen UAH für die beiden Vermittler festgesetzt. Eine Anhörung zur Festlegung der Präventivmaßnahme für den fünften Verdächtigen ist für die nahe Zukunft geplant.
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