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Ukrainischer Drohnenhersteller weist "Hausfrauen"-Kommentar von Rheinmetall-Chef zurück

📅 Mar 30, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

In einem scharfen Aufeinanderprallen verteidigungspolitischer Philosophien hat der Gründer eines führenden ukrainischen Defense-Tech-Unternehmens dem Chef des deutschen Rüstungsgiganten Rheinmetall Kontra gegeben. Im Zentrum des Streits stehen die Zukunft der Kriegsführung und die Rolle agiler Drohnenproduktion im aktuellen Konflikt.

Die "Hausfrauen"-Kontroverse

Der Schlagabtausch begann, nachdem Rheinmetall-CEO Armin Papperger in einem Interview mit The Atlantic ukrainischen Drohnenherstellern mangelnde Innovationskraft vorwarf und sie abfällig mit "ukrainischen Hausfrauen" verglich, die 3D-Drucker in ihren Küchen nutzen.

Oleksandr Yakovenko, Gründer von TAF Industries, veröffentlichte daraufhin einen vernichtenden offenen Brief. Darin argumentierte er, dass das europäische Verteidigungs-Establishment die Natur der modernen Kriegsführung grundlegend missverstehe. Yakovenko griff die Beleidigung auf und merkte an, dass der Hashtag #MadeByHousewives nicht ohne Grund derzeit trendet.

Neudefinition des Schlachtfelds

Um Pappergers Behauptungen zu entkräften, enthüllte Yakovenko beeindruckende Statistiken über die Auswirkungen ukrainischer unbemannter Luftfahrzeuge (UAVs):

  • Allein im Jahr 2025 führten ukrainische Drohnen 819.737 bestätigte Schläge aus.
  • Diese Drohneneinsätze waren für 90 % aller russischen Gefechtsverluste verantwortlich und übertrafen damit alle anderen Waffenarten zusammen.
  • TAF Industries produziert derzeit bis zu 100.000 FPV-Drohnen (First-Person View) pro Monat.

"In jedem beliebigen 90-Tage-Zeitraum erzielen allein die Produkte meines Unternehmens mehr bestätigte Treffer als Ihre gesamte Flotte in ihrer gesamten Einsatzgeschichte in allen Konflikten", erklärte Yakovenko und betonte, dass er sein Unternehmen und diese Ergebnisse in nur zwei Jahren aufgebaut habe – im Gegensatz zur 50-jährigen Geschichte von Rheinmetall.

Agilität vs. Bürokratie

Der ukrainische Unternehmer hob den starken Kontrast zwischen den schnellen Innovationszyklen in der Ukraine und dem trägen Tempo traditioneller europäischer Rüstungsunternehmen hervor. Während europäische Ingenieure oft drei bis fünf Jahre und Hunderte Millionen Euro benötigen, um selbst kleinere Updates zu zertifizieren, iterieren ukrainische Hersteller wöchentlich. Sie bauen bombardierte Fabriken in Wochen wieder auf und drucken weiterhin wichtige Teile in Kellern.

Yakovenko wies auch auf das veränderte Kosten-Nutzen-Verhältnis der modernen Kriegsführung hin. Da die russische elektronische Kriegsführung teure, GPS-gesteuerte westliche Munition wie Excalibur und GMLRS weitgehend wirkungslos gemacht hat, sind kostengünstige Alternativen in den Mittelpunkt gerückt. Drohnen, die zwischen 500 und 2.000 Dollar kosten, machen nun routinemäßig Jagd auf traditionelle Multimillionen-Dollar-Plattformen.

"Ein 120-mm-Geschoss von Rheinmetall oder eine Panzerabwehrrakete kostet mehr als ein Dutzend unserer Drohnen, und unsere Drohnen gewinnen trotzdem", erklärte Yakovenko und beschrieb die Situation als "industriellen Darwinismus in Echtzeit".

Eine offene Einladung

Abschließend sprach Yakovenko eine offene Einladung an Papperger aus, die Ukraine zu besuchen und den "Krieg von morgen" aus erster Hand zu erleben. Er warnte davor, dass veraltete europäische Plattformen zunehmend irrelevant werden, wenn sie nicht genau die Technologien integrieren, über die sie sich derzeit lustig machen.

"Wer noch an 1979 glaubt, wird gegen den verlieren, der im Jahr 2026 baut", resümierte Yakovenko.

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