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USA reaktivieren historische Pazifik-Stützpunkte zur Eindämmung Chinas

📅 Mar 31, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs haucht das US-Militär vergessenen Pazifik-Stützpunkten neues Leben ein. Angetrieben von wachsenden geopolitischen Spannungen und einem zunehmend selbstbewussten China restauriert Washington im Stillen strategische Außenposten, die fast 80 Jahre lang brachlagen.

Echos des Zweiten Weltkriegs

Das historische Gewicht dieser Orte ist enorm. Am 6. August 1945 startete der B-29-Bomber „Enola Gay“ der US-Luftwaffe von Tinian – einer Insel, die heute zum Commonwealth der Nördlichen Marianen gehört – mit der ersten Atombombe, die für Hiroshima bestimmt war. Einst mit seinen vier Start- und Landebahnen als der verkehrsreichste Luftwaffenstützpunkt der Welt angesehen, wurde die Anlage auf Tinian 1947 aufgegeben, woraufhin der tropische Dschungel das Flugfeld auf der Insel mit rund 3.500 Einwohnern zurückeroberte.

Im Jahr 2023 begannen US-Regierungsingenieure jedoch ein Großprojekt zur Instandsetzung der 2.400 Meter langen Landebahnen von Tinian. Ähnliche Restaurierungsarbeiten fanden auch auf Peleliu statt, einer Insel, die zur Republik Palau gehört.

Pekings Ambitionen entgegenwirken

Experten sehen in Pekings regionaler Expansion den Hauptantrieb für diese Renovierungen. „China ist die große Sorge in der Region“, erklärt Dan Pinkston, ehemaliger Offizier der US-Luftwaffe und Professor für internationale Beziehungen an der Troy University in Seoul. „Diese Arbeiten scheinen eine Reaktion darauf zu sein, dass China seine Kapazitäten in der Region ausbaut.“

China hat seine Präsenz im umstrittenen Südchinesischen Meer stetig verstärkt und militärische sowie zivile Infrastruktur auf den Inselgruppen Spratly (Nansha) und Paracel (Xisha) entwickelt. Diese Militarisierung hat bei Nachbarstaaten und US-Verbündeten wie Japan, Südkorea und den Philippinen Alarm ausgelöst. Darüber hinaus unterstreicht Pekings Weigerung, den Einsatz von Gewalt zur Rückgewinnung der selbstverwalteten Insel Taiwan auszuschließen, seine weitreichenden regionalen Ambitionen.

Laut Pinkston sind chinesische Entscheidungsträger entschlossen, die „erste und zweite Inselkette“ – geostrategische Verteidigungslinien im Pazifik – zu durchbrechen, um sich uneingeschränkten Zugang zum Ozean zu sichern. Taiwan liegt auf der ersten Inselkette, während das US-Territorium Guam den Anker der zweiten bildet. Durch die Wiederherstellung dieser historischen Flugplätze bereiten sich die USA auf mögliche zukünftige Eskalationen vor.

Diversifizierung militärischer Kapazitäten

Die übergeordnete US-Strategie besteht darin, alternative Flugplätze zu schaffen, um die Abhängigkeit von Hauptknotenpunkten wie der Andersen Air Force Base auf Guam und der Kadena Air Base in Okinawa, Japan, zu verringern. Die Verwundbarkeit dieser konzentrierten Stützpunkte ist zu einer drängenden Sorge geworden.

Die Instandsetzung von Peleliu – ursprünglich von Japan gebaut, bevor es von US-Streitkräften eingenommen wurde – veranschaulicht diesen Wandel. Die 1.800 Meter lange Landebahn auf der zweiten Inselkette nördlich der Hauptinsel von Palau war zuvor nur für Kleinflugzeuge geeignet. Nach Modernisierungen durch US-Ingenieure im Jahr 2024 landete dort im Juni erfolgreich ein Lockheed KC-130 Tankflugzeug mit einem maximalen Startgewicht von 80 Tonnen.

„Vor einem Jahrzehnt waren die USA stark darauf fokussiert, ihre Stützpunkte im Nahen Osten für bewaffnete Konflikte auszurichten“, bemerkt Garren Mulloy, Professor für internationale Beziehungen an der Daito Bunka University. „Jetzt scheinen sie erkannt zu haben, wie anfällig ihre Flugplätze und die dazugehörige Infrastruktur für einen potenziellen Krieg im Asien-Pazifik-Raum sind.“ Mulloy fügt hinzu, dass Washington anfangs schockiert über den schnell wachsenden Einfluss Chinas im Indopazifik war, einer Region, die die USA lange Zeit als ihren strategischen Hinterhof betrachtet hatten.

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