Berichten zufolge haben die Vereinigten Staaten eine inoffizielle Anfrage an Polen gerichtet, in der sie das Land bitten, die Verlegung einer seiner beiden einsatzbereiten Patriot-Flugabwehrbatterien sowie von PAC-3 MSE-Abfangraketen in den Nahen Osten zu prüfen. Warschau hat diese Idee jedoch umgehend zurückgewiesen und betont, dass die nationale Verteidigung oberste Priorität habe.
Nach dem Bekanntwerden der Berichte, die ursprünglich von der Zeitung Rzeczpospolita veröffentlicht wurden, nutzte der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz die Social-Media-Plattform X, um die Haltung der Regierung klarzustellen. Er betonte, dass die Patriot-Systeme der Nation und ihre Munition ausschließlich dem Schutz des polnischen Luftraums und der Ostflanke der NATO dienen.
„Daran hat sich nichts geändert, und wir planen nicht, sie irgendwohin zu verlegen! Unsere Verbündeten wissen und verstehen, wie wichtig unsere Aufgaben hier sind. Die Sicherheit Polens ist unsere absolute Priorität“, erklärte Kosiniak-Kamysz.
Die polnischen Streitkräfte betreiben derzeit zwei Patriot-Batterien mit 16 Trägerraketen, die Ende 2025 ihre volle Einsatzbereitschaft erreicht haben. Diese fortschrittlichen Systeme sind in der Lage, feindliche Flugzeuge und Raketen in einer Entfernung von bis zu 100 Kilometern abzufangen. Die Trägerraketen sind für den Abschuss von PAC-3 MSE-Raketen ausgerüstet, von denen 2019 rund 200 bestellt wurden, wobei die meisten bereits an Polen geliefert wurden.
Für die Zukunft erwartet Warschau die Lieferung von sechs weiteren Batterien und rund 600 PAC-3-Raketen im Jahr 2027, womit die im Herbst 2023 unterzeichneten Verträge erfüllt werden. Die Lieferungen für diesen Folgeauftrag haben noch nicht begonnen.
Diese inoffizielle Anfrage steht im Einklang mit den sich verschiebenden strategischen Prioritäten in Washington. Einem aktuellen Bericht von Politico zufolge haben Beamte in der Regierung von Präsident Donald Trump damit begonnen, verbündete Nationen davor zu warnen, dass US-Waffenlieferungen, die für die Ukraine bestimmt sind, in den kommenden Monaten unterbrochen werden könnten. Das Pentagon räumt Berichten zufolge militärischen Ressourcen für den andauernden Krieg in Iran Priorität ein.
In Bezug auf diese Bedenken stellte US-Außenminister Marco Rubio kürzlich klar, dass Washington derzeit zwar keine für die Ukraine bestimmten Waffen in den Nahen Osten umleitet, sich aber die Option vorbehält, dies zu tun, falls es als notwendig erachtet wird.
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