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WM 2026 im Schatten der Politik: Zwischen Fan-Euphorie und Reisewarnungen

📅 Mar 31, 2026⏱ 3 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Während die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko unaufhaltsam näher rückt, offenbart sich innerhalb der deutschen Fußball-Community eine tiefe Spaltung. Während die treuesten Anhänger der Nationalmannschaft bereits eifrig ihre transatlantischen Reisepläne schmieden, warnen prominente Persönlichkeiten aus Sport und Politik eindringlich vor den geopolitischen Risiken unter US-Präsident Donald Trump.

Unbeirrt von der Politik: Die „Alles-Fahrer“

Für leidenschaftliche Fans wie den 40-jährigen Dennis und seinen Freund Kai ist das anstehende Turnier das absolute Highlight. Auf der Zugfahrt zu einem jüngsten Testspiel der DFB-Elf in Stuttgart verkörpern die beiden den klassischen Geist der sogenannten „Alles-Fahrer“ – Fans, die das Team bedingungslos um die ganze Welt begleiten. Dennis, der seit 2015 so gut wie kein Spiel verpasst hat, und Kai, der seit der Heim-EM 2024 regelmäßig dabei ist, haben sich ihre Tickets für die Gruppenspiele bereits gesichert.

„Eigentlich sollte sich die Politik aus dem Sport raushalten. Der Sport soll Brücken bauen und Menschen zusammenbringen“, betont Dennis. Trotz der angespannten politischen Lage lässt er sich die Vorfreude nicht nehmen. Das Gänsehautgefühl, den Adler auf der Brust zu tragen, überwiege für ihn alle geopolitischen Sorgen.

Joachim Löw spricht drastische Reisewarnung aus

Doch dieser Fan-Optimismus wird längst nicht von allen geteilt. Der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich kürzlich bei einer Veranstaltung in Köln äußerst besorgt. Der 66-Jährige zog Parallelen zu den ohnehin schon umstrittenen Turnieren in Russland (2018) und Katar (2022), betonte jedoch, dass die aktuelle Situation in Nordamerika noch weitaus brisanter sei.

„In einem Land zu spielen, das sich gerade aktiv im Krieg befindet, ist noch einmal gefährlicher“, warnte Löw eindringlich. Er bezog sich dabei direkt auf die jüngsten, von Donald Trump autorisierten Militärschläge gegen den Iran sowie auf die aggressiven Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE. Diese massiven geopolitischen Konflikte würden, so Löw, „das Turnier komplett überlagern“.

Kritik an Überwachungsstaat und FIFA-Klüngelei

Auch aus der Politik kommt scharfer Gegenwind. Boris Mijatovic, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und Menschenrechtler, übt fundamentale Kritik an den Rahmenbedingungen der WM. Besonders die drakonischen US-Einreisebestimmungen, die die Offenlegung von Handys, E-Mails und Social-Media-Accounts erfordern, verurteilt er scharf: „Das sind alles Übergriffe in die persönliche Freiheit. Ein Staat, der derart in deiner Privatsphäre schnüffelt, sollte nicht mit einem Besuch belohnt werden.“

Zudem prangert Mijatovic „bizarre Fremdschäm-Momente“ an – wie etwa die Überreichung des FIFA-Friedenspreises durch Gianni Infantino an Donald Trump während der WM-Auslosung. Er wirft führenden Funktionären und Politikern, darunter Infantino, Bundeskanzler Friedrich Merz und DFB-Präsident Bernd Neuendorf, vor, keine klare Haltung für Respekt und Fairplay zu zeigen und stattdessen um die Gunst des US-Präsidenten zu buhlen.

Wachsende Boykott-Stimmung

Bestätigt wird dieses Unbehagen durch einen aktuellen Bericht von Amnesty International, der gravierende Menschenrechtsmängel in den Gastgeberländern, insbesondere den USA, dokumentiert. Auch prominente Vertreter der Fanszene ziehen mittlerweile Konsequenzen. DFB-Vorsänger Bengt Kunkel äußerte sich zuletzt äußerst kritisch zur WM 2026 – ein klares Signal dafür, dass viele passionierte Anhänger den Stadien in Nordamerika aus Protest fernbleiben dürften.

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