
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den jüngsten groß angelegten Drohnenangriff Russlands scharf verurteilt und ihn als direkte und gewaltsame Antwort Moskaus auf den jüngsten Kiewer Vorschlag für einen Oster-Waffenstillstand bezeichnet. Dem Präsidenten zufolge zeigt das nächtliche Bombardement deutlich die Missachtung des Kremls für diplomatische Bemühungen und menschliches Leben.
In den frühen Morgenstunden des 1. April starteten die russischen Streitkräfte unglaubliche 339 unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) gegen ukrainisches Territorium. Der Schwarm umfasste etwa 200 im Iran entwickelte Shahed-Drohnen sowie die Modelle „Gerbera“ und „Italmas“. Der Angriff zielte auf mehrere Regionen ab, darunter Dnipropetrowsk, Schytomyr, Poltawa, Odessa, Charkiw und Chmelnyzkyj.
Die Stadt Luzk in der Region Wolhynien erlitt erhebliche Schäden an rein ziviler Infrastruktur. Rettungskräfte des Staatlichen Notfalldienstes (DSNS) und kommunale Dienste waren schnell vor Ort, um heftige Brände zu löschen, nachdem die Angriffe Lebensmittellager und ein Postterminal von „Nova Poshta“ zerstört hatten. Auch ein Wohnhaus wurde bei dem Angriff beschädigt.
Präsident Selenskyj betonte, dass dieser Angriff eine bewusste Ablehnung der jüngsten Friedensinitiativen darstelle. „Wir haben einen Waffenstillstand zu Ostern vorgeschlagen – als Antwort erhalten wir Shaheds“, erklärte Selenskyj in den sozialen Medien. Er merkte ferner an, dass die russischen Streitkräfte trotz des ukrainischen Angebots für einen spezifischen Waffenstillstand bezüglich der Energieinfrastruktur den Vorschlag ignorierten und ihre Versuche fortsetzten, ukrainische Umspannwerke und Transformatoren zu zerstören.
Selenskyj warnte, dass Russland den Krieg in Europa weiter in die Länge ziehe und als globale Bedrohung agiere, deren Verachtung für den Frieden jeglichen diplomatischen Fortschritt grundlegend behindere.
Die Eskalation folgt auf die Ankündigung von Präsident Selenskyj vom 30. März, in der er die Bereitschaft der Ukraine zu einem Waffenstillstand während der bevorstehenden Osterfeiertage sowie zu einem beiderseitigen Stopp der Angriffe auf Energieanlagen erklärte. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies die Initiative jedoch schnell zurück und signalisierte, dass Moskau den Vorschlag unter dem Vorwand, er sei „nicht klar formuliert“, nicht unterstützen werde.
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