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Afrikas leise Hormuz-Diplomatie

📅 Aug 14, 2026⏱ 2 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Ein Kontinent unter dem Druck der Hormuz-Blockade

Seit den US-israelischen Luftangriffen auf Iran Ende Februar 2026 ist die Straße von Hormuz faktisch gesperrt. Die Folgen für Afrika sind gravierend: Treibstoffmangel, lange Schlangen an leeren Tankstellen und Lieferausfälle bei Düngemitteln aus der Golfregion bedrohen Ernten und verschärfen die Nahrungsmittelkrise in vielen Ländern.

Trotzdem haben es afrikanische Regierungen vermieden, öffentlich die Schuld zuzuweisen — insbesondere haben sie es unterlassen, US-Präsident Donald Trump zu kritisieren, dessen Regierung die Krise ausgelöst hat.

Die Geometrie des afrikanischen Schweigens

Analystin Liesl Louw-Vaudran von der International Crisis Group stellt fest, dass afrikanische Regierungen langfristig damit rechnen, dass die Krise anhält. Das im Juni unterzeichnete US-Iran-Memorandum habe kaum Optimismus gebracht.

„Jeder vernünftige Mensch weiß, dass Trump diese Krisen ausgelöst hat, aber die Staatschefs fürchten die Konsequenzen, wenn sie es aussprechen“, sagte Dismas Mokua von Tricarta (Kenia).

Die Afrikanische Union ist besonders vorsichtig — gebranntes Kind scheut das Feuer: 2022 kritisierte der damalige AU-Vorsitzende Russlands Invasion in der Ukraine, wurde aber von anderen afrikanischen Staatschefs überstimmt. Mit 55 Mitgliedsstaaten und divergenten geopolitischen Ausrichtungen ist Konsensbildung kaum möglich.

Leiser Druck über UN-Kanäle

Die demokratische Republik Kongo, Somalia und Liberia — die derzeitigen afrikanischen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat — haben im März 2026 eine Resolution mitgetragen, die iranische Angriffe auf Golfstaaten verurteilte. Ein mögliches Abkommen zwischen Iran und Oman über Alternativrouten ist noch nicht zustande gekommen.

Wirtschaftlicher Druck wächst

Für die Bevölkerung bringt die stille Diplomatie wenig Trost. Treibstoffpreise sind gestiegen, landwirtschaftliche Betriebsmittel wie Dünger werden knapper und teurer. Hilfsorganisationen warnen vor einer Verschlechterung der Ernährungssicherheit in der Sahelzone und am Horn von Afrika, sollte die Blockade andauern.

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