Von Deutschlands rund 49 Millionen zugelassenen Pkw fahren noch immer etwa 47 Millionen mit Verbrennungsmotor. Im ersten Halbjahr 2026 kamen rund 368.000 rein elektrische Fahrzeuge hinzu — doch damit liegt die Gesamtzahl der Stromer bei gerade einmal 2,4 Millionen oder weniger als fünf Prozent des Bestands. Das Fraunhofer-Institut UMSICHT erwartet, dass fossile Kraftstoffe den Verkehr noch viele Jahre dominieren werden.
Deshalb unterhält Aral — Deutschlands größter Kraftstoffanbieter mit rund 2.400 der bundesweit etwa 14.000 Tankstellen, im Besitz des britischen BP-Konzerns — seit hundert Jahren eine Forschungsanlage in Bochum. Rund 80 Mitarbeiter aus Chemie, Ingenieurwesen und Naturwissenschaften arbeiten auf einem 27.000 Quadratmeter großen Gelände.
Projektleiter Dr. Wenzel Strojek sagt, der Weg von der Idee bis zur Zapfsäule dauere in der Regel rund fünf Jahre. Er beginnt mit einem Konzept, gefolgt von umfangreichen Simulationen und Modellierungen — erst wenn diese belastbare Ergebnisse liefern, folgen Labortests.
Ein Kraftstoff enthält Hunderte verschiedene Komponenten; ihre austarierte Mischung bestimmt Leistung, Herstellungsemissionen und Motorensauberkeit. Wenn die Formel stimmt, wird der Kraftstoff in einer eigenen Pilotanlage mit einer Tageskapazität von rund fünf Litern hergestellt. Den spannendsten Schritt nennt Strojek den Test im echten Motor — dann zeigt sich, ob die Praxis die Simulation bestätigt. Hinzu kommen Prüfungen in Klimakammern bei Temperaturen von über 40 Grad bis tief in den Minusbereich.
2024 brachte Aral den Ultimate Diesel auf den Markt, der mindestens 15 Prozent erneuerbare Bestandteile enthält. Mit Millionen von Verbrennerfahrern auf der Straße und keiner kurzfristigen Massenabkehr vom Verbrenner in Sicht, setzt Arals Jahrhundertlabor darauf, dass sauberer, effizienterer fossiler Kraftstoff noch eine Zukunft hat.
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