Hunderte serbische Studenten lieferten sich am Dienstag, dem 31. März, im Zentrum von Belgrad Auseinandersetzungen mit der Polizei, um gegen eine umstrittene Razzia in den Räumlichkeiten der Universität Belgrad zu protestieren.
Die Behörden erklärten, die Durchsuchung stehe im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen zum tragischen Tod einer 25-jährigen Studentin, die am vergangenen Freitag aus einem Fenster eines benachbarten Fakultätsgebäudes gestürzt war. Auf einer Pressekonferenz betonte der serbische Polizeidirektor Dragan Vasiljević, dass die Beamten einen gültigen Gerichtsbeschluss vollstreckten, um Beweise für den Vorfall zu sichern. Laut Vasiljević wurden bei der Durchsuchung unter anderem Feuerwerkskörper, Walkie-Talkies, Gasmasken, Protesttransparente und Erste-Hilfe-Kästen sichergestellt.
Die Universitätsleitung bestritt jedoch die Rechtmäßigkeit der Aktion aufs Schärfste. In einer Ansprache an die Demonstranten behauptete Universitätsrektor Vladan Đokić, die Polizei sei ohne rechtliche Grundlage in die Räumlichkeiten eingedrungen, habe nach Dokumenten gesucht und Computer beschlagnahmt. „Sie können Universitätsräume durchsuchen, aber Sie können nicht das Gewissen der Menschen durchsuchen“, rief Đokić der Menge zu.
Die Spannungen im Zentrum der Hauptstadt eskalierten, als die Demonstranten, die „Hunde“ und „Verräter“ skandierten, in kurze Handgemenge mit den Strafverfolgungsbehörden gerieten. Zeugen berichteten, dass Polizeibeamte Schlagstöcke einsetzten, um die Menge auseinanderzutreiben.
Diese jüngsten Unruhen sind Teil einer breiteren Welle regierungskritischer Proteste, die Serbien seit Dezember 2024 erfasst haben. Auslöser war der tragische Einsturz eines Vordachs am Bahnhof der nordserbischen Stadt Novi Sad, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Studentendemonstrationen folgten auf die massiven Kundgebungen im vergangenen März, die den Höhepunkt monatelanger, fast täglicher Anti-Korruptions-Proteste bildeten. Diese anhaltenden Demonstrationen stellen die größte Herausforderung für die 13-jährige Amtszeit von Präsident Aleksandar Vučić dar.
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