BP hat seinen höchsten Quartalsgewinn seit 2022 gemeldet: Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen bereinigten Replacement-Cost-Gewinn von 5,7 Milliarden Dollar. Das Ergebnis entspricht einem Anstieg von rund 78 Prozent gegenüber dem Vorquartal und wurde maßgeblich durch steigende Energiepreise infolge des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten angetrieben.
Der starke Gewinnanstieg bei BP fällt mit erheblichen Spannungen zwischen den USA und dem Iran zusammen, die die weltweiten Energiemärkte massiv destabilisiert haben. Die militärischen Auseinandersetzungen haben die Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus blockiert – einen entscheidenden Meeresengpass, über den rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Erdgaslieferungen abgewickelt wird. Infolgedessen stiegen die Rohölpreise stark an und beflügelten das Raffinerie- und Handelsgeschäft von BP deutlich.
Der operative Cashflow erreichte im zweiten Quartal 10,9 Milliarden Dollar und belegt die starke Grunddynamik im globalen Portfolio des Konzerns.
Die Ergebnisse stießen sofort auf Kritik von Umweltverbänden, die BP vorwerfen, an einer geopolitischen Krise zu verdienen. Donald Trump kritisierte öffentlich die Gewinne der Ölkonzerne und erklärte, Energieunternehmen würden „zu viel Geld“ auf Kosten der normalen Verbraucher verdienen. Klimaaktivisten argumentieren, BP und andere Ölproduzenten verwendeten Gewinne für weitere Förderung statt für erneuerbare Energien.
Trotz der guten Ergebnisse kündigte BP unter der neuen Konzernchefin Meg O'Neill den Verkauf seines US-Biogasgeschäfts und anderer Nicht-Kernaktiva an. Das Unternehmen erhöhte zudem die Dividende und verwies auf seine Zuversicht hinsichtlich der kurzfristigen Cashflow-Generierung.
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