Die Europäische Union und die NATO haben gemeinsam bekräftigt, den Druck auf Russland zu erhöhen, nachdem ein gescheiterter Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle von der deutschen Regierung offiziell russischen Operativen zugeschrieben wurde. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Vorfall als „eine neue Eskalation auf dem Boden der Europäischen Union, die direkt Russland zugeordnet wurde", während NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, das Bündnis stehe „in voller Solidarität mit Deutschland".
Der Angriff umfasste mindestens drei Drohnen, die auf den Flughafen abzielten – ein wichtiger NATO-Logistikknoten, der regelmäßig von ukrainischen Antonow-Transportflugzeugen genutzt wird. Die erste Drohne wurde von einem Roboter entschärft; eine zweite soll mit einem Frachtflugzeug kollidiert sein. Eine dritte Drohne wurde zehn Tage später am Flughafen entdeckt. Erst in dieser Woche bestätigte die Bundesregierung, dass polizeiliche Ermittlungen und Geheimdiensterkenntnisse Russland eindeutig mit der Operation in Verbindung bringen.
Innenministeriumsvertreter erklärten, Konfiguration, Komponenten, Sprengstoff und Zünder der Drohne entsprächen Mustern, die aus anderen bekannten russischen Hybridoperationen bekannt sind. Zwei Verdächtige wurden identifiziert: ein belarussischer Staatsbürger mit russischem Pass, der mit einem Touristenvisum einreiste, sowie eine weitere Person mit lettischem und russischem Pass, die nach Berlin flog und zwei Tage vor dem gescheiterten Anschlag wieder ausreiste.
Berlin kündigte die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie des Russischen Hauses an, das in Berlin seit Langem als Propagandainstrument des Kremls gilt. Russland reagierte mit der Ankündigung, die Goethe-Institut-Kulturzentren in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg zu schließen. Deutschlands Geschäftsträger Bernd Finke wurde ins russische Außenministerium einbestellt und hörte Moskaus Zurückweisung der „völlig unbegründeten Vorwürfe".
Präsident Putin verurteilte Deutschlands Maßnahmen als „schwerwiegenden Fehler, der klar den Interessen des deutschen Volkes zuwiderläuft". Auf die Frage nach einem möglichen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Berlin antwortete Vize-Außenminister Alexander Gruschko mit „vielleicht" und fügte hinzu, Russland gebe der Diplomatie „noch eine Chance".
EU-Außenminister, die sich im irischen Wicklow versammelten, berieten über gesamteuropäische Maßnahmen, darunter Schritte gegen Russlands sogenannte „Schattenflotte". Frankreich, Belgien und die Niederlande haben russische Botschafter einbestellt. Es werden erweiterte Sanktionen und Einreisebeschränkungen für russische Staatsbürger im EU-Raum erwogen. Von der Leyen warnte: „Wir werden das nicht dulden. Wir müssen handeln und bereit sein, schneller und besser auf Russlands Leichtsinn zu reagieren."
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