Ostbeauftragter: alte Probleme, aber neue Ost-Identitaet
Ostbeauftragter Carsten Schneider hat seinen Jahresbericht zur Lage der ostdeutschen Laender vorgelegt. Er warnte, dass strukturelle Unterschiede zum Westen mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung weiterhin tief verwurzelt seien.
Fortbestehende Probleme
Laut Bericht liegen die Durchschnittslöhne in ostdeutschen Bundeslaendern noch immer rund 15 bis 20 Prozent unter dem Westniveau. Die Region leidet weiter unter der Abwanderung von Fachkraeften und Jungen. Infrastrukturluecken bei Verkehr und Digitalisierung bleiben ein Problem.
Wir haben Fortschritte gemacht, aber die Strukturprobleme sind noch nicht geloest. Die wirtschaftliche Angleichung ist in den letzten Jahren ins Stocken geraten, erklaerte Schneider.
Neue Ost-Identitaet
Schneider hob eine wachsende eigenstaendige ostdeutsche Identitaet hervor, vor allem unter Juengeren, die die DDR nicht erlebt haben. Diese Identitaet wird weder als Ostalgie noch als bloBe Reaktion auf westliche Herablassung beschrieben, sondern als positives Selbstverstaendnis.
Zugleich verzeichnet der Bericht wachsenden Zuspruch fuer Populisten im Osten, den Schneider teils auf ungeloeste wirtschaftliche Beschwerden und mangelnde Repraesentanz auf Bundesebene zurueckfuehrt.
