
Der Chef der UN-Atombehörde erklärte am Mittwoch, Inspektoren würden Irans Urananreicherungsanlagen im Rahmen des US-iranischen Waffenstillstandsabkommens besuchen. Teheran widersprach jedoch umgehend und bestand darauf, dass solche Besuche erst nach einem endgültigen Abkommen möglich seien.
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi machte seine bisher deutlichste öffentliche Aussage zu diesem Thema und berief sich auf ein von beiden Präsidenten unterzeichnetes Memorandum of Understanding. Demnach sehe das Dokument ausdrücklich eine Aufsicht der IAEA über nukleare Aktivitäten vor. Er räumte widersprüchliche Signale ein, bestand aber auf seiner eindeutigen Interpretation.
Ein iranischer Diplomat wies die IAEA-Interpretation umgehend zurück. Teherans Standpunkt ist, dass Inspektionen an Anreicherungsstandorten erst im Rahmen einer umfassenden Endregelung vereinbart werden können. Die Meinungsverschiedenheit hat einen neuen Unsicherheitsfaktor in das fragile Waffenstillstandsrahmen eingebracht.
Seit Israel 2025 eine Militärkampagne gegen Iran startete, blockierte Teheran IAEA-Inspektoren den Zugang zu Schlüsselanlagen, wo Iran nach Schätzungen genug hochangereichertes Uran für bis zu zehn Kernwaffen gesammelt haben soll. Das US-Iran-Abkommen verpflichtet Iran, seinen Vorrat zu verdünnen, hebt einige Sanktionen auf und gibt beiden Seiten 60 Tage für umfassendere Verhandlungen.
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