Die israelische Armee hat am Freitag Soldaten in das Dorf Kusra im besetzten Westjordanland entsandt, um palästinensische Bewohner zu schützen. Israelische Siedler hatten seit dem Wochenende drei palästinensische Häuser belagert, die Zufahrtsstraße blockiert, Zelte aufgeschlagen und Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Laut UN saßen rund 15 Palästinenser, darunter zwei Kinder, ohne Wasser und Strom fest.
Das Eingreifen erfolgte nach Angaben des US-Botschafters Mike Huckabee auf ausdrücklichen Wunsch der Vereinigten Staaten.
Huckabee, bekannt als dezidierter Israel-Unterstützer, nannte die an der Belagerung beteiligten Siedler „israelische Terroristen“ — eine ungewöhnlich scharfe Formulierung für einen amerikanischen Diplomaten in Jerusalem.
Der Vorfall in Kusra steht für den zunehmenden Druck auf das israelische Militär, illegale Landnahmen durch Siedler zu unterbinden. Die Regierung Netanyahu verfolgt eine Politik der Siedlungserweiterung im Westjordanland, die nach internationalem Recht als illegal gilt.
Die Episode zeigt das komplexe Verhältnis zwischen israelischem Staat, Militär und Siedlergruppen. Teile der Siedlerbewegung genießen nach Einschätzung von Kritikern ein erhebliches Maß an Straffreiheit — ein Umstand, der seit Langem internationale Kritik auf sich zieht.
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