Im besetzten Mariupol errichten russische Bauunternehmen neue Wohnturme genau dort, wo ukrainische Haeuser standen, bevor sie waehrend der Invasion 2022 zerstort wurden. Der Bautraeger Su-2007 vermarktet ein Projekt namens Leningradski Kwartal (Leningrader Viertel), ein Name mit sowjetischem Klang.
Ehemalige Mariupoler, die waehrend der Belagerung fliehen mussten, haben keine Moeglichkeit, zurueckzukehren und ihre Eigentumsrechte geltend zu machen. Die Grundstuecke wurden nach russischem Besatzungsrecht neu vergeben, der Bau schreitet ohne Ruecksicht auf fruehere Eigentumsverhaeltnisse voran.
Laut DW-Recherchen sind die Kaeufer ueberwiegend russische Staatsbuerger, die aus anderen Teilen Russlands zuziehen. Die Projekte werden als modernes Wohnen in einer angeblich wiederaufgebauten Stadt vermarktet und verwischen so die Spuren der durch die Invasion verursachten Zerstoerung.
Mariupol wurde im Fruehjahr 2022 waehrend der russischen Belagerung weitgehend zerstoert. Tausende Zivilisten kamen ums Leben, Hunderttausende flohen. Menschenrechtsorganisationen haben die systematische Abrissarbeit in ukrainischen Wohnvierteln und deren Ersatz durch russisch gepragte Neubauten als Form kultureller Ausloeschung dokumentiert.
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